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AGP vs. PCI: Voodoo4 4500

Veröffentlichung: 18.11.2005
Autor: Raff


Leser unserer vorhergehenden Bus-Übertaktungstests erinnern sich bestimmt an die Äußerung am Ende der Voodoo5-PCI-Abhandlung. Wir wagten die Prophezeiung, dass eine Voodoo4 4500 AGP die Voodoo5 5500 PCI in FlatOut besiegen kann. Jetzt ist es an der Zeit, zu klären, ob wir Recht behalten können oder doch völlig daneben lagen. Das Finale unseres 3-teiligen Vergleichs steht an.
Fakt ist: Die Bus-Übertaktung beflügelte die Voodoo5 PCI stellenweise enorm. Ihre theoretische Maximalleistung wird durch das Interface limitiert, welches vermutlich gerade dem bei aktuellen Spielen sehr großen Geometrie-Datenaufkommen nicht gewachsen ist.

AGP vs. PCI: Voodoo4 4500


Nun haben wir es bei der Voodoo4 4500 AGP mit dem krassen Gegensatz der Voodoo5 5500 PCI zu tun: die halbe Rohleistung, aber ein Datenbus mit der achtfachen Bandbreite (133 MB/s PCI-Durchsatz vs. 1,05 GB/s AGP4x) im Rücken. Wenn die Voodoo4 also irgendwo gewinnen sollte, ist das allein dem ihr zu Hilfe stehenden starken Interface zu verdanken.

Testsystem

  • Athlon XP (Thoroughbred-B) @ 2392 Mhz (FSB218)
  • Abit NF7-S Revision 2.0
  • 2x 512 MByte PC3200 @ 218 MHz (2,5-3-2-11), Dual-Channel
  • Voodoo4 4500 AGP @ 190/190
  • Creative SB Audigy Player

Das Testsystem rund um die Voodoo-Karte hat sich verändert. Der starke Celeron-M samt Infrastruktur musste einem maximal übertakteten Athlon XP weichen, der aber für die Voodoo4 noch immer mehr als ausreichend Pferdestärken unter der Haube hat. Der Grund für den Wechsel: Freiheit bei der Wahl des AGP-Taktes. Das Abit-Board war schon seinerzeit bei Übertaktern sehr beliebt, erlaubt es doch BIOS-Einstellungen jeder Art - darunter auch das Regeln des AGP-Taktes in 1-MHz-Schritten. Als stabiles Maximum erwies sich ein Takt von 86 MHz mit daraus resultierender 30% höherer Bandbreite (~ 1,35 GB/s). Praktischer Zufall: Exakt das zehnfache der Voodoo5 5500 mit PCI-Standardtakt!

Settings

Auch die Auflösungen mussten leicht geändert werden. Wie gehabt, testeten wir 640x480 in 16 bzw. 32 Bit Farbtiefe, wenn die Applikation es nicht anders zuließ. Da die Voodoo4 technisch bedingt allerdings nicht zu 4x sparse grid Super-Sampling befähigt ist, wich die Einstellung der diese Karte nicht minder fordernden Auflösung 1024x768 mit 32 Bit Farbtiefe. Um dennoch optimale Vergleichbarkeit mit einer PCI-basierten Karte zu gewährleisten, simulierten wir per Voodoo Control eine Voodoo4 4500 PCI. Die für die vorherigen Tests genutzte Voodoo5 PCI wurde dazu im Single-Chip-Modus betrieben. Wer zusätzich mit der "echten" Voodoo5 PCI vergleichen will, kann dazu immerhin das 640x480-Setting heranziehen.


Call Of Duty 1.5 timedemo 1

33 MHz PCI 66 MHz AGP4X 86 MHz AGP4X
640x480x32 25,9 fps 33,7 fps 35,7 fps
+ 30,1% + 37,8%
1024x768x32 14,7 fps 19,0 fps 19,7 fps
+ 29,3% + 34,0%


FlatOut Mainmenu-Flyby

33 MHz PCI 66 MHz AGP4X 86 MHz AGP4X
640x480x16 13,2 fps 21,9 fps 22,9 fps
+ 65,9% + 73,5%
1024x768x32 9,0 fps 9,8 fps 10,2 fps
+ 8,9% + 13,3%


Max Payne 2  "Blowing Up"

33 MHz PCI 66 MHz AGP4X 86 MHz AGP4X
640x480x32 44,2 fps 51,0 fps 52,6 fps
+ 15,4% + 19,0%
1024x768x32 21,1 fps 23,5 fps 23,6 fps
+ 6,3% + 6,8%


Unreal Tournament 2004 Inferno Flyby

33 MHz PCI 66 MHz AGP4X 86 MHz AGP4X
640x480x16 34,3 fps 42,3 fps 44,5 fps
+ 23,3% + 29,7%
1024x768x32 21,2 fps 22,5 fps 22,8 fps
+ 6,1% + 7,5%


Unreal Tournament, benchmark

33 MHz PCI 66 MHz AGP4X 86 MHz AGP4X
640x480x16 104,7 fps 110,8 fps 111,1 fps
+ 5,8% + 6,1%
1024x768x16 57,1 fps 57,5 fps 57,7 fps
+ 0,7% + 1,1%


Serious Sam FE Karnak

33 MHz PCI 66 MHz AGP4X 86 MHz AGP4X
640x480x16 54,5 fps 70,8 fps 73,3 fps
+ 29,9% + 34,5%
1024x768x32 16,8 fps 18,9 fps 19,5 fps
+ 12,5% + 16,1%


LfS S2 Alpha

33 MHz PCI 66 MHz AGP4X 86 MHz AGP4X
640x480x16 23,2 fps 37,2 fps 41,8fps
+ 60,3% + 80,2%
1024x768x32 19,4 fps 23,9 fps 24,8 fps
+ 23,2% + 27,3%


Age of Empires III Demo Intro

33 MHz PCI 66 MHz AGP4X 86 MHz AGP4X
640x480x16 42,8 fps 48,3 fps 49,3 fps
+ 12,9% + 15,2%
1024x768x32 19,0 fps 19,4 fps 19,4 fps
+ 2,1% + 2,1%


Quake III Team Arena Demo

33 MHz PCI 66 MHz AGP4X 86 MHz AGP4X
640x480x16 95,3 fps 114,3 fps 117,9 fps
+ 19,9% + 23,7%
1024x768x32 38,2 fps 38,5 fps 38,7 fps
+ 0,8% + 1,3%


Zusammenfassung

33 MHz PCI 66 MHz AGP4X 86 MHz AGP4X
Schnitt 640x480 + 29,3% + 35,5%
Schnitt 1024x768 + 10,0% + 12,2%


Zugegeben, mit derart phänomenalen Ergebnissen hatten auch wir nicht gerechnet. Ein Blick speziell auf die LfS-2-Resultate offenbart, dass selbst ein einzelner VSA-100 mit nur 32 MByte VRAM in der Lage wäre, in Einzelfällen von AGP8x zu profitieren! Der übertaktete AGP-Bus ("AGP6x") verhilft der Grafikkarte zu sage und schreibe 80% Mehrleistung im Vergleich zur PCI-Version. 41,8 Fps stehen überdies den 28,2 Fps der echten Voodoo5 mit 40 MHz PCI-Takt gegenüber.

Ein sehr interessanter Kasus ist auch Call of Duty. 640x480 und 1024x768 skalieren praktisch gleichermaßen mit, von eigentlich anzunehmender erhöhter Grafikkarten-Limitierung ist kaum etwas zu sehen. Am Ende ist das 86-MHz-Setting bei beiden Auflösungen weit mehr als 30% schneller als die simulierte V4 PCI.

Was das eingangs erwähnte FlatOut angeht, kann man eigentlich auch nicht mehr von bloßem Besiegen sprechen. Die V5 PCI wird regelrecht deklassiert - und das schon ohne AGP-Übertaktung. Mission accomplished.
Wer die Werte mit denen der Voodoo5 PCI verglichen hat, dem wird noch etwas Interessantes auffallen. Der Voodoo4 gelingt es in Kombination mit dem übertakteten AGP im Rücken fast überall, die Voodoo5 mit ebenso übertaktetem PCI-Bus (teils knapp) zu schlagen. Die Ausnahmen sind Max Payne 2 und UT2004, welche der dafür zu schwachbrüstigen Grafikkarte mit ihrer anspruchsvollen Optik Großes abverlangen. Hier macht sich der zweite VSA-100 der Voodoo5 PCI stärker bemerkbar als das schnellere Interface. Und auch das klassische UT wurde offensichtlich so gut auf 3dfx' Glide-API optimiert, dass mehr Rechenleistung wichtiger ist als Bandbreite.

Fazit

Eindeutiger geht es kaum: 3dfx' Voodoo-Grafikkarten werden oft massiv durch das zu Grunde liegende Grafikinterface ausgebremst. Wer hätte je gedacht, dass eine Voodoo von AGP8x-Support hätte profitieren können? Offenbar nicht einmal 3dfx höchstselbst, denn sonst hätte man sich vermutlich mehr Mühe bei der Implementation eines schnellen Unterbaus bemüht. Hier abermals ein Verweis auf die Voodoo5 6000, aber diesmal mit gewisser Sicherheit: Diese Grafikkarte, welche die schnellste funktionsfähige 3dfx-Kreation darstellt, würde definitiv von AGP8x profitieren. Und das sicher nicht nur in 640x480x16, sondern auch darüber. Immerhin hat sie theoretisch die vierfache Leistung unserer Testkarte. Natürlich sollte man nicht vergessen, dass dies vorwiegend für die heutige Spielelandschaft gilt. Bei Erscheinen der Voodoo-Karten reichte selbst die PCI-Bandbreite in den meisten Fällen aus - erst jetzt gibt sich der Flaschenhals auch als solcher zu erkennen.

Das war es von unserer Seite; die Tests mit diversen Datenbussen sind hiermit beendet. Wir hoffen, mit dieser Reihe ein weiteres Mysterium um 3dfx Interactive und deren legendäre Voodoo-Grafikkarten geklärt zu haben.


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