Geplante Obsoleszenz

  • Ich hatte den 1er mal als Leihwagen von Avis. Fürchterliche Schüssel, selbst vorne konnte ich mich nur hinein zwängen. Mir absolut unverständlich wie man für eine solche Kiste soviel Geld hinlegen kann. Aber hey, es ist eben ein BMW:rolleyes:

    Eins musste man dem Wagen allerdings zu Gute halten: Sparsam war er, trotz kleinstem Diesel, Vollbeladung (5 Personen) und Vollgas.

    Mir wäre die gebuchte Golf Klasse lieber gewesen (wir waren irgendwie die einzigen Trottel die sone Kiste bekommen haben, der Rest bekam Golf oder Astra, teils sogar Kombis), da kann man dann wenigstens auch wie nen normaler Mensch drin sitzen.

  • Klingt nach etwas in der Richtung, wie man es schon öfters von Spül- und Waschmaschinen gehört hat.


    25 Monate sind extrem ärgerlich. Machen die da auch nichts auf Kulanz?


    Erinnert mich auch ein bisschen an Heizlüfter, deren Temperatursensor sehr weit unten angebracht ist, damit er möglichst schnell zustaubt und den Heizer unbrauchbar macht. Dann ist der dreckige Sensor so verbaut, dass man Gefahr läuft, bei Ausbau oder Reinigung im Heizer den Rest des Geräts zu beschädigen.

  • BSH nimmt sich nichts davon an, 24 Monate, kein Tag länger. In Einzelfällen soll es wohl mal Kulanz gegeben haben, ich kenn das aber auch nur vom Hörensagen.


    Auch ein klassischer Fall sind selbstreinigende Wärmepumpentrockner. Die verdrecken, trotz Selbstreinigung, genauso wie normale. Nur bei normalen hab ich eine Klappe wo ich da rankomme und zumindest ein bisschen was aussaugen kann (den ganzen Wärmetauscher bekommt man nicht raus). BSH hat bei Selbstreinigenden sogar eine Öffnung "vorgestanzt" die man aufschneiden kann. Zum verschließen braucht man einen Reparaturdeckel mit Schrauben, ca. 20€. Während der Garantie macht der BSH Techniker das, danach muss man selber ran. Viele werden es aber garnicht erst versuchen und das Gerät entsorgen.


    Bei einem klassischen Kondenstrockner kann man den ganzen Wärmetauscher rausziehen und unter laufendem Wasser ausspülen. Bei Ablufttrocknern entfällt sowas sogar komplett. Diese Geräte halten auch 10 Jahre und mehr, sind aber nicht Energieeffizienzsklasse A+++. Nur was ist Energieeffizienter? Dasselbe Gerät 10 Jahre nutzen oder innerhalb von 10 Jahren drei Geräte entsorgen?


    Diese kommende EU-Regel ab 2021 das für Haushaltsgeräte mindestens 7 bis 10 Jahre nach Verkauf Ersatzteile vorzuhalten sind, ist auch Mist. Die Preise für die Teile werden enorm sein. Viel besser fände ich eine Garantie für in der EU gekauften Geräte auf min. 5 Jahre. Und zwar volle Garantie, kein Gewährleistungsmurks mit Beweislastumkehr nach 6 Monaten. Dann würde der ganze Kernschrott verschwinden.

  • Nur was ist Energieeffizienter? Dasselbe Gerät 10 Jahre nutzen oder innerhalb von 10 Jahren drei Geräte entsorgen

    Genau meine Reden! Es mag Ausnahmen geben für Geräte, die schnell "wirklich" veralten, also Computer. Außerdem meine ich mich erinnern zu können, dass ein Gefriergerät mit seinem großen Energiebedarf schon früher einen Austausch gegen ein Effizienteres "rentabel" macht.

    Diese kommende EU-Regel ab 2021 das für Haushaltsgeräte mindestens 7 bis 10 Jahre nach Verkauf Ersatzteile vorzuhalten sind, ist auch Mist. Die Preise für die Teile werden enorm sein. Viel besser fände ich eine Garantie für in der EU gekauften Geräte auf min. 5 Jahre. Und zwar volle Garantie, kein Gewährleistungsmurks mit Beweislastumkehr nach 6 Monaten. Dann würde der ganze Kernschrott verschwinden.

    Tja, die Hersteller werdern mit hohen Preisen diese Regel quasi umgehen. Hast Du btw mal ein Ersatzteil beim KFZ - Hersteller Ford nachgefragt? Mein IR - Schlüssel hat z.B. ~200 € gekostet und dann war der noch nicht programmiert. Sitzbezüge (Stoff) für ~480 € das Stück sind auch der Knaller.

    Auf solche Preise wird man sich bei den Ersatzteilen der Elektrohersteller wohl auch einstellen können.

    Manchmal wünschte ich, einige Konzepte der DDR hätten wir damals übernommen. Die Ressourcenknappheit zwang zum Bau langlebiger Geräte.

  • Das denke ich auch.

    Früher baute man langlebig, nicht nur in der DDR. Heute gibts alles im Überfluss und billig...

    Fernseher kaputt? Was solls', kauf nen neuen, die kosten ja nicht die Welt.

    Das schlimme daran ist, daß die Generation, die mit dieser Haltung aufgewachsen ist, auch die so durchziehen.

    Man lernt erst den Wert eines Gerätes schätzen, wenn man dafür arbeiten gehen musste. Das sehe ich in meiner Familie an meinem Cousin. Der hat früher jedes Smartphone geschrottet. Heute hat er nach wie vor ein älteres Modell, weil er sich das Geld dafür erarbeiten musste und er sich dadurch zweimal überlegt, es zu tauschen.

    „Ich bin nicht nachtragend, aber ich vergesse nichts.“

  • Früher hielt vieles länger. Das älteste Gerät was ich repariert habe war ein Miele Geschirrspüler von 1979 und dafür gab es noch Ersatzteile!


    Mein ältestes Haushaltsgerät zuhause ist eine Miele W715 von 1988. Nach 30 Jahren musste ich Riemen, Dämpfer, Türgummi und eine Heizung (2x110V in Reihe) inkl. Dichtung austauschen, seitdem läuft der Hobel wieder.


    Der Preisverfall ist auch schuld an dem Wegwerfen. Was kostete ein TV früher? Unter 1000DM gab es oft nix gutes. Also hat man reparieren lassen, auch wenn es mal 200DM gekostet hat.


    Ich hab 2005 und 2013 in einer HiFi Werkstatt gejobbt. 2005 war richtig was zutun, Röhrengeräte, Verstärker, Videorekorder, DVD-Rekorder/Player ja sogar DECT Telefone und DVB-S/C/T Receiver wurden repariert und die Kunden hatten Spaß wenn ihr repariertes Gerät zurück kam (gab auch immer gut Trinkgeld).


    2013 kamen dann 99% nurnoch Garantiefälle rein die auf Herstellerkosten repariert oder ausgetauscht wurden. DVD-Player wurden generell nur getauscht, die Altgeräte kamen Palettenweise auf den E-Schrott, obwohl an 90% der Geräte nichts zu beanstanden war (Online retouren). Andere Geräte wurden ausgetauscht weil Ersatzteile 2 Tage länger brauchten bis lieferbar. Auch Fernseher von einem auf den deutschen Markt mittlerweile nicht mehr aktiven Hersteller wurden getauscht und die Altgeräte ausgeschlachtet weil dieser Hersteller keine Ersatzteile vorhielt. Unsere Schrottgeräte waren die Ersatzteillager für andere Werkstätten.


    1% aller reparaturen waren wirklich Kundengeräte, und das waren dann auch immer Exoten wie BluRay Wechsler, Plattenspieler, Betamax Geräte, CD-Recorder. Wenn sich mal was "normales" wie ein Fernseher bei uns verirrt hatte wurde der Kostenvoranschlag eigentlich direkt abgelehnt weil zu teuer.

  • Der Preisverfall ist auch schuld an dem Wegwerfen. Was kostete ein TV früher? Unter 1000DM gab es oft nix gutes. Also hat man reparieren lassen, auch wenn es mal 200DM gekostet hat.

    Stimmt. Z.B. kostete ein RFT Stern Recorder R160 damals rund 900 Mark. Viele kauften sich ein solches Gerät vom Jugendweihegeld oder vom eigenen verdienten Geld. 880 Mark waren damals teilweise mehr als ein Monatslohn und somit mussten die Geräte lange halten und wurden auch dementsprechend gepflegt.

    Mein ältestes Gerät im Einsatz ist das legendäre RG28s, auch aus DDR-Produktion. Zum dem Teil gibt es sogar ein Film über Nachhaltigkeit. Es ist leicht zu warten und nahezu unzerstörbar.


    In meiner Ausbildung habe ich auch viel Unterhaltungselektronik repariert. Am besten ließen sich immer die alten Geräte reparieren. Bei den neueren waren es zum Glück meist auch lapidare Fehler. Beim Staubsauger der Marke Miele fiel irgendwann die Leistungsregelung aus. Eine "Reparatur" in der Werkstatt sollte durch Tausch der Leiterplatte über 100 EUR kosten.

    Ich habe das Teil auseinandergenommen und festgestellt, daß der Triac hinüber war und der Kondensator des Kondensatornetzteils (man nutzt hierbei den kapazitiven Blindwiderstand) seine Kapazität verloren hatte. Ich tauschte beides aus (Kostenpunkt: ca. 1,50 EUR und ein paar Minuten Arbeit) und das Gerät arbeitet heute noch.

    Bei meinen Großeltern sollte der Tausch der Stromversorgung der Waschmaschine 300 EUR kosten. Defekt war ein kleiner Trafo mit Wicklungsschluss. Kostenpunkt: ca. 10 EUR.