Anleitung: Mehrere DOS- und Windows 98-Systeme auf einem PC einrichten

  • Da immer wieder mal jemand bezweifelt, daß, oder fragt, wie man zwei Windows 98-Installationen auf einem PC auf ein und derselben Festplatte betreiben kann, dachte ich, ich schreib mal eine Anleitung dazu, wie ich es einrichte. Die Windowsinstallation selbst lasse ich dabei mal weg, hat Tweakstone ja schon beschrieben.


    Gleich vorweg: Es ist ohne weiteres möglich, wenn man weiß wie ^^

    Habe selbst so ein Multibootsystem mit einem DOS und zwei Win98SE: eines mit vxd-Treiber für die Audigy 2 ZS, das andere mit wdm-Treiber für die Soundkarte.

    Allerdings kann man das nicht mit FDISK einrichten, da das MS Programm immer nur EINE primäre Partition pro Festplatte erstellt. Was so auch wieder nicht ganz richtig ist: Wenn man mit einem anderen Partitionierungsprogramm z. B. gparted (s. u.) oder anderen Bootmanager z. B. boot-us (s. n. w. u.) die zuerst erzeugte primäre Partition versteckt, legt MS FDISK durchaus weitere primäre Partitionen an.

    Für die Partitionierung benutze ich das schon erwähnte gparted. Alle Aussagen zu gparted beziehen sich auf die Version 0.13.1. Neuere Versionen machen das ein oder andere vielleicht schon besser, aber man weiß so, worauf man achten muß.


    Los geht's:

    Soll auf dem PC neben Windows noch ein echtes DOS laufen, installiere ich das zuerst mit dessen hauseigenen Mitteln (max. 2 GiB). Für Windows erstelle ich die Partitionen mit gparted wie folgt an:

    Zwei primäre Partitionen (Windows 9x startet nur aus primären Partitionen) mit je 2 GiB direkt am Anfang der Festplatte oder im Anschluß an die DOS-Partition (ich richte die Partitionen immer an den Zylindergrenzen aus - der Tradition wegen), die mit FAT32 formatiert werden. Der Beginn der Systempartition von Windows 98SE muß innerhalb der ersten physikalischen 8 GiB der Festplatte liegen, sonst bootet es nicht.

    Die Formatierung durch gparted ist wichtig, da damit die Partitions-ID (weiterer Link) festgelegt wird. Ohne diese erkennt das Win98SE-Setup die Partition nicht als gültig an. Aber auch mit der Formatierung funktioniert die Installation nicht, doch dazu weiter unten mehr :rolleyes:.


    Den Rest der Platte packe ich in eine erweiterte Partition mit logischen Laufwerken:

    D: (FAT32) für die Eigenen Dateien (bei 2 Festplatten im PC kommt diese Partition als primäre auf die zweite Platte)

    E: (FAT32) für Programme

    F: 508 MiB (Fat16 Formatierung!) für die swap-Datei oder Fake-RAM auf Neudeutsch

    G: (FAT32) für Spiele

    H: (FAT32) für Spiele (liegt immer auf der zweiten Festplatte, falls eine solche eingebaut ist).

    Die logischen Partitionen können von beiden Win98-Installationen verwendet werden. Die Aufteilung der logischen Partitionen ist natürlich reine Geschmackssache.


    Nachdem die Partitionen eingerichtet sind, muß man noch die Markierungen (labels) für die primären Systempartitionen und der erweiterten Partition setzen. gparted macht das leider nicht automatisch, jedenfalls nicht in meiner Version 0.13.1:

    - Dazu die jeweilige Partition mit einem Klick markieren und im Menü "Partition" auf "Markierungen bearbeiten" gehen.

    - Die primäre Systempartition, von der als nächstes gebootet werden soll oder auf der als nächstes eine Installation erfolgen soll, wird mit "boot" markiert.

    - Alle anderen primären Systempartitionen, auch eine evtl. vorhandene DOS-Partition, werden mit "hidden" markiert.

    - Primäre Windowspartitionen, welche die physikalische 8 GiB-Grenze der Festplatte überschreiten, benötigen zusätzlich die Markierung "lba". Bei primären Windowspartitionen darunter kann "lba" ebenfalls gesetzt werden, ist aber nicht notwendig und wird von FDISK auch nicht so gemacht.

    Da DOS i. d. R. keinen LBA-Zugriff beherrscht und damit nicht oberhalb der ersten 8 GiB der Festplatte installiert werden kann, darf eine DOS-Partition auch nicht mit "lba" markiert werden (Ausnahmen bestätigen die Regel).

    - Die erweiterte Partiton selbst, aber NICHT die darin enthaltenen logischen Laufwerke (!), wird ebenfalls mit "lba" markiert, sofern sie die physikalische 8 GiB-Grenze der Festplatte überschreitet.

    Damit wäre die Partitionierung abgeschlossen und ein Neustart fällig.


    Kommen wir nun zur Formatierung:

    Wie gesagt, bricht das Setup von Windows mit einer Fehlermeldung ab, wenn die Partitionen mit gparted formatiert wurden (wenn nicht, dann auch). Daher müssen alle Partitionen noch einmal mit FORMAT.EXE von MS formatiert werden.

    Also erfolgt der nächste Bootvorgang mittels einer Windowsstartdiskette, wobei hier "Computer ohne CD-ROM-Unterstützung starten" gewählt werden kann, damit es etwas schneller geht.

    Dann am DOS-Prompt "format X:" eingeben, wobei X für einen Laufwerksbuchstaben von C bis H steht, um bei meinem obigen Beispiel zu bleiben.


    Für Fortgeschrittene (und Masochisten ;) )


    Jetzt kann die Installation des ersten Windows erfolgen.


    Dabei gilt es zu beachten, daß der automatische Start des Setups direkt von der CD abbricht, wenn die primäre Systempartition nicht direkt am Anfang der Platte liegt. Der manuelle Start vom DOS-Prompt aus funktioniert aber (in der Regel). Dies ist besonders bei der Installation des zweiten Windowssystems relevant.


    Um Windows auf die zweite primäre Systempartition zu installieren, muß diese zunächst sichtbar und alle anderen primären Systempartitionen versteckt werden. Dazu boote ich Windows im MS-DOS-Modus und verwende die DOS-Version von boot-us:

    Code
    1. bootusc report ;zeigt eine Übersicht über die Partitionierung aller Festplatten, wichtig ist, sich die Partitionsnummern zu notieren
    2. bootusc partition unhide batch ;macht alle Partitionen sichtbar und entschlüsselt deren Bootsektoren ohne nachzufragen
    3. bootusc partition unhide drive=2 batch ;macht dasselbe auf der zweiten Festplatte
    4. bootusc partition activate partnr=y batch ;setzt die Bootmarkierung auf Partition y der ersten Festplatte ohne nachzufragen
    5. bootusc partition hide true drive=z partnr=x batch ;versteckt Partition x auf Festplatte z und verschlüsselt deren Bootsektor ohne nachzufragen


    Es kann aber auch jeder andere Partitions- oder Bootmanager verwendet werden. Inzwischen habe ich dafür schon Batchdateien, die alles mit einem Aufruf ohne weitere Nachfragen erledigen :)

    Vor der Installation die Formatierung nicht vergessen.


    Der Bootmanager wird im Anschluß daran so eingerichtet, daß er alle primären Systempartitionen bis auf die, von der gebootet werden soll, versteckt und deren Bootsektor verschlüsselt. Letzteres ist eigentlich nur notwendig, wenn zusätzlich ein Windows NT/2000/XP oder neuer mit auf die Platte soll und man nicht will, daß von dort aus das alte Windows der DOS-Reihe sichtbar ist.

    Ich werde mich von keinem einzzzigen Prozzzessor trennen.
    Jedoch lockt es mich beinahe, ihn Dir zu überlassen, nur um zu sehen, wie er Dich in den Wahnsinn treibt :evil:


    Meine Begehren

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  • Lotosdrache

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  • Top, sehr ausführlich erklärt! :)

    XP-M 2600+, EP-8K3A+, 1GB, V5 6000 AGP 3700, Audigy2 ZS
    XP 2200+, DFI AD75, 512MB, V5 5500 AGP 200MHz, Audigy Player
    PIII 1GHz SL4KL, Asus P3B-F, 512MB, Asus V8420, EvilKing V2 SLI 12MB, Diamond MX300

    T-Bird Slot A 1GHz, Asus K7V-T, 512MB, V4 4500 AGP, Aureal Vortex 2
    PIII 550 Katmai, MSI-6147, 512MB, V3 3000 PCI, SB Live! 5.1
    Celeron 333, FIC VL-601, 256MB, Diamond Stealth III S540 AGP, STB V2 1000 12MB, AWE64 Gold

    233 MMX, FIC PA2010+, 128MB, ATI 3D Rage II+ DVD 4MB, Skywell Magic 3D Plus V1 8MB