Bundestagswahl 2021

  • So, nur noch ein paar Tage - zumindest für die, die noch klassisch wählen gehen.


    Mittlerweile sind auch der Science-O-Mat (https://science-o-mat.de/) und parteivergleich.eu (https://parteivergleich.eu/ind…estagswahl_2021_Wahlhilfe) mit Fragen für 2021 live gestellt worden.


    Science-O-Mat ist entgegen dem Namen doch recht klar auf die Themen Klima-/Naturschutz fokussiert, und damit für mich nicht mehr so interessant. Davon gibt es schon einige in der Liste, und es ist ja bekannt, dass leider keine der Bundestagsparteien ein mit dem Pariser Abkommen und dem 1.5°-Ziel kompatibles Programm hat.


    Parteivergleich.eu ist deswegen interessant, weil dort die Parteien die Fragen einreichen, die dann alle anderen Parteien beantworten müssen. Damit wird einer Beeinflussung durch einseitige Themenfestlegung entgegengewirkt. Und es könnte ein lustiges Spiel sein, zu raten, von welcher Partei welche Frage kommt. (Zitat: "Soll es eine allgemeine Bierpreisbremse geben?" :topmodel:)

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  • Nein, bist Du wohl nicht. Das liegt an den Kandidaten- und Parteienlisten. Bei dieser Wahl kann man nur drei Kreuze machen:

    - eines bei Pest und damit meine ich nicht die Partei, die man allgemein mit der Farbe Schwarz verbindet, sondern den Schwarzen Tod, den man dann stirbt,

    - eines bei Cholera, damit wir auch sicher tot sind, und

    - das letzte vor der Brust, weil's endlich vorbei ist.

    :rolleyes:

    Ich werde mich von keinem einzzzigen Prozzzessor trennen.
    Jedoch lockt es mich beinahe, ihn Dir zu überlassen, nur um zu sehen, wie er Dich in den Wahnsinn treibt :evil:


    Meine Begehren

  • So, noch einmal ein größeres Update, ich vermute das letzte: Die folgenden drei haben Ihr Angebot endlich auch noch für die Bundestagswahl 2021 aktualisiert:


    Jetzt ist die Liste doch noch richtig richtig lang geworden. Viel Stoff zum informieren und ausprobieren. Da bleibt nur noch zu sagen: Aus meiner Sicht gab es nie zuvor so viele Optionen auf Augenhöhe. Früher waren da immer nur SPD oder CDU, jetzt spielen einige Parteien auf gleicher/ähnlicher Höhe, und mehr Koalitionsmöglichkeiten sind realistisch erreichbar. Eine spannende und wichtige Wahl. Daher: Geht wählen! :thumbup:

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  • Vielen Dank LoB - ganz ehrlich.

    Dein Engagement ist allemal bemerkenswert. :) :thumbup:


    Ich gebe zu, ich nutze auch Deine Hinweise.

    In dieser verrückten Gesellschaft mit Massenmedien und Informationsüberflutung fühlte ich mich fast schon überfordert.


    - Backfire -

  • Danke :S


    Edit: Noch Mal ein bisschen ausführlicher: Nichts zu danken. Mich interessiert das selbst. Seit zwei oder drei Wahlen nutze ich diese Tools intensiv, um Parteien nicht nur von den mir wichtigsten Themen zu beleuchten, sondern auch Mal von anderen Blickwinkeln aus, auch um mich selbst zu hinterfragen.

    Und bei jeder neuen Wahl habe ich wieder mühsam alles zusammengesucht.

    Dieses Mal hatte ich mir gedacht, ich muss das mal irgendwo zentral ablegen, damit ich es nach vier Jahren wiederfinde. Da lag zuerst auf der Hand, es einfach irgendwo auf meiner Festplatte oder in meinen Notiztools abzuspeichern - aber dann hatte ich die Eingebung, es könnte ja auch andere interessieren. Also hab ich es hier abgelegt. Da könnt Ihr davon profitieren und ich finde es auch wieder.

    Aber ehrlich gesagt hat das Feedback natürlich auch ermuntert, mehr zu finden. :thumbup:


    Lange Rede, kurzer Sinn: Das war für mich keine/kaum Mehrarbeit. Dankt (spendet) lieber den Leuten, die diese Portale und Tools bauen. Sie befragen teils tausende Kandidaten, und arbeiten die Antworten auf, betreiben ihre Server/Websites - und das oft ehrenamtlich. Alvar Freude zum Beispiel ist ein toller Kämpfer für Freiheits- und Bürgerrechte, ihm/seinem Verein kann man immer mal etwas Geld rübergeben.

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    Edited once, last by LoB ().

  • wenn die Chefin Fr. Weidel in der Offiziellen Diskussionsrunde im ZDF sagt:


    das der wichtigste WirtschaftsPartner (China) durch Diskussionen wegen Menschenrechte nicht verschreckt werden sollte. den Wirtschaft und Zusammenarbeit ist wichtiger..


    oder das Polen definitiv in der Eu gehalten werden sollte als ein wichtiger Partner...


    Frag ich mich gerade ob das die gleiche Partei ist die angetreten ist damit Deutschland aus der eu Austritt und die ganzen rechtsradikalen Idioten als Wählerschaft hat... Die machen sich so lächerlich wie man solche ... Ernst nehmen kann stelle ich mir ernsthaft die Frage.


    genau solche Details findet man in keinen dieser Medien. ( wahlomatt und Co)

  • Frag ich mich gerade ob das die gleiche Partei ist die angetreten ist damit Deutschland aus der eu Austritt und die ganzen rechtsradikalen Idioten als Wählerschaft hat... Die machen sich so lächerlich wie man solche ... Ernst nehmen kann stelle ich mir ernsthaft die Frage.

    Also, mal rein politisch neutral (ich bitte das zu beachten!!!! ) betrachtet:


    Die meisten Wähler dieser Partei sind Protestler. Die spricht diese Partei auch am meisten an. Nicht die "ganzen" Rechten, sondern die, die "die Schnauze voll" haben. Das sollte man beachten. Rein taktisch ist das eine gute Idee, das muss man der Partei lassen. Ihre starke rechte Haltung kommt natürlich auch beim entsprechenden Klientel an. Ihre starke Konservativität (also das Beharren auf dem Althergebrachten) wird auch von Rentnern geschätzt.

    Sehr lobenswert ist das Überstehen der Anfangsphase. Der Partei wurde ein Zerbrechen nach kurzer Zeit vorhergesagt, aber sie hat ihre Sturm- und Drangzeit gemeistert. Deutschland ist eine Demokratie und die muss diese Partei aushalten können.

    Nach 1990 waren es die Grünen, die den "Alten" ein Dorn im Auge waren. Die waren neu und hatten völlig andere Vorstellungen. Dann war's die PDS (heute "Die Linke"), die als Nachfolger der SED plötzlich im Bundestag war. Das ging aus der Sicht der "Alten" auch nicht. Jetzt isses die AfD, die neu ist und die Attacken der anderen aushalten muss.


    Ich persönlich mag diese Partei auch nicht. Allerdings gebe ich die Hoffnung nicht auf, daß diese Partei wieder zu ihrer ursprünglichen Idee zurückkehrt.



    Ich hab' schon vor einiger Zeit per Post gewählt. Mein Perso ist abgelaufen und ich hatte kein' Bock auf irgendwelche Diskussionen oder so.

    Bei mir in meiner Gegend haben die den nicht mal gefordert. Es gibt eine Liste, auf der alle Wahlberechtigten stehen und mit dem Wahlschein wird der Wähler verifiziert.

    „Ich bin nicht nachtragend, aber ich vergesse nichts.“

  • Die Rentner wählen so gut wie gar nicht die AFD: 2020er Beitrag auf BPB


    Die meisten 50+ Wähler geben ihre Stimme der CDU oder SPD. Warum? Weil sie die schon vor 20 Jahren gewählt haben und wenn die Frau oder der Mann in der Glotze sagt, dass die Kanzlerin super ist, dann ist das Grund genug wieder die CDU zu wählen, weil die Kanzlerin eben so gut ist. Das Fernsehen sagt es doch. Dass man einen Kanzler als Wähler nicht wählen kann und man das Parteiprogramm mit der eigenen Lebensrealität abgleichen müsste, würde leider dazu führen, dass man den Tatort verpasst und das geht ja nicht. Man kann sich schließlich nicht um alles kümmern. So ist der typische Wohlstandsdeutsche. Schönes Beispiel dafür ist eine Bekannte von mir, die bei einer privaten Krankenversicherung arbeitet und jedes Mal SPD wählt. Als ich sie fragte, ob sie sich dann bewusst sei, dass die SPD die private Krankenversicherung abschaffen will, meinte sie nur: "Neee, das werden die schon nicht machen. Das ginge ja gar nicht, dann würde das Gesundheitssystem sich keine Praxen mehr in der Anzahl leisten können.".


    Auch ist ja immer die Frage was bedeutet eigentlich links und was rechts? War der Ursprung einmal, dass rechte Politik aus Sicht des Individuums und linke Politik aus Sicht des Kollektives erfolgte, ist es heute nur noch ein moralischer Stempel bei uns in Deutschland. Es ist somit keine politphilosophische Frage mehr, sondern allein ein moralisches Ausschlusskriterium. Mach dir mal den Spaß und frage im Bekanntenkreis mal jemanden, ob er "Rechts" mit etwas anderem als Fremdenhass und Faschismus in Verbindung bringen kann. Wohin diese Einseitigkeit führen kann, haben wir im Kosovokrieg gesehen. SPD und Grüne und damit die "Richtigen" haben ihn gefordert.

    Die meisten Menschen machen sich wenn überhaupt nur verkürzt Gedanken um Politik vor allem im Hinblick auf die Zukunft. Frag mal in zwei Wochen jemanden nach den für ihn drei wichtigsten Punkten aus dem Parteiprogramm der Partei, die er gewählt hat. Spannender Gedanke, dass wir so über unsere Zukunft entscheiden oder?


    Ich sehe jedoch eine Ursache ähnlich wie du, dass Leute die AFD sicher auch oft aus Trotz heraus wählen und weil sie etwas zu verlieren haben - angstgetrieben sind. Dazu passt der folgende Artikel mit der zu Grunde liegenden Studie ganz gut: MDR - pol. Haltung im Gehirn (Achtung wie immer in Deutschland werden 'liberals' mit Liberalen übersetzt. Die sind aber mit unseren "Linken" gleichzusetzen und nicht mit der FDP). Kurzfassung: Konservative - aus Angst vs. Linke - aus Empathie. Das erklärt für mich auch, wieso nach dem Beitrag der BPB oben mehr Männer die AFD wählen und Frauen fast nur links. Süddeutsche


    Auch wenn ich das Thema eher leid bin als kurzes Beispiel: Wenn ein konservativer einen Bericht über Flüchtlinge sieht, dann denkt er an halbstarke Männer, die seine Tochter und Frau vergwaltigen wollen sowie faul von Sozialleistung leben wollen. Wenn ein linker diesen gleichen Bericht sieht, dann sieht er ein kleines schmutziges 9 jähriges Mädchen mit der kaputten Lieblingspuppe in der Hand, was seit Wochen nichts mehr gegessen hat. Sicher nun maßlos überspitzt, aber denke es wird klar wie die Perspektiven sich unterscheiden. Also die Heisenbergsche Unschärferelation der Politik und deswegen leben beide Typen gleichzeitig im selben Land und doch in Paralleluniversen.


    Worauf ich mir jedoch keinen Reim machen kann, ist wieso der Klimawandel ein eher linkes und kein konservatives Thema ist, denn damit ist ja schon eine erhebliche Angst verbunden.


    Alles in allem finde ich es wichtig, dass es eine Protestpartei gibt mit der niemand in eine Koalition eingeht. Ob das nun die AFD oder eine andere Partei ist, ist mir egal. Warum? Ich finde, dass die Politik bei uns zu einem riesigen Sammelbecken von Inkompetenz, die sich maßlos selbst die Taschen voll macht, verkommen ist. Maskendeals, cum ex, Flugmeilen, Diätenerhöhungen, Frührente ohne Abzüge, Steuerbetrug usw. usw. usw.. Mit der Abwahl der CDU hin zur SPD ändert man bei den Leuten nichts. Erst wenn sie Plätze und damit die fürstliche Vollversorgung im Parlament verlieren, werden sie umdenken. Diesmal haben sie noch das Parlament vergrößern können (wir haben das zweitgrößte Parlament der Welt...), aber das geht nicht ewig und wenn die Basis der Altpartein unruhig genug ist, werden sich hoffentlich so Vögel wie der Spahn nicht mehr halten können. Meine Hoffnung. Ob das hilft...wer weiß das schon.

  • Worauf ich mir jedoch keinen Reim machen kann, ist wieso der Klimawandel ein eher linkes und kein konservatives Thema ist, denn damit ist ja schon eine erhebliche Angst verbunden.

    Das war auch mal anders. Die Bewahrung der Natur, mithin der Heimat, ist/war eine erzkonservative Zielrichtung.


    Aber: Konservativ/rechts bedeutet eben auch Bewahrung der Stände-/Klassen-/Hierarchieunterschiede. Die Unternehmen/Unternehmerfamilien, die in Deutschland von Öl/Gas/Kohle und daran angeschlossenen Industrien (insb. Autoindustrie) profitieren, stellen die konservative Schicht in Deutschland. Sie sind in den Parteien, sie spenden an die Parteien, sie beeinflussen die Parteien. Konservativ zu sein, heißt hier, deren wirtschaftlichen Status zu sichern. Damit ist konsequenter Klimaschutz inkompatibel.

    We are Microsoft of Borg. Assimilation is imminent. Resistance is... Error in Borg.dll. Press OK to abort.

  • DerBiber Zwei Anmerkungen zu deinem Beitrag.

    • Erst bei den über 70-jährigen sinkt der AFD-Anteil deutlich. Allgemein von Rentner zu sprechen ist ungenau.
    • Ich glaube, die Älteren wählen hautpsächlich CDU und SPD, weil diese für Kontinuität stehen. Gerade die Älteren wollen keine Veränderung; jeder Tag soll so laufen die immer. Die kennen die beiden großen Parteien; das was die machen ist planbar. Die AFD war noch nie Teil einer Regierung; da weiß man nicht was kommt.
  • DerBiber Zwei Anmerkungen zu deinem Beitrag.

    • Erst bei den über 70-jährigen sinkt der AFD-Anteil deutlich. Allgemein von Rentner zu sprechen ist ungenau.
    • Ich glaube, die Älteren wählen hautpsächlich CDU und SPD, weil diese für Kontinuität stehen. Gerade die Älteren wollen keine Veränderung; jeder Tag soll so laufen die immer. Die kennen die beiden großen Parteien; das was die machen ist planbar. Die AFD war noch nie Teil einer Regierung; da weiß man nicht was kommt.

    Ja, in dem BPB Artikel wird erst ab 70 angegeben. Erbsenzähler :D Aber um ganz genau zu sein sinkt der Anteil der AFD Wähler ab 45 (anderer Artikel als der BPB, finde ich aber im Momentn nicht) und verläuft laut dem BPB Artikel eben ab 59 von 15% bis 70 bei 8%. Also ich meine man kann davon ausgehen, dass mit 65/67 (Renteneintritt) auf jeden Fall der Durchschnitt unter 15% gewählt hat.


    ZDF - Wer wählte nach Alter


    Hier sind die ab 60 Jährigen die kleinste Gruppe. Ja, ab 60 ist man noch kein Rentner. Aber stützt die Aussage, dass die AFD von den Rentner bzw. Ü60 oder nach welchem Cluster im Alter auch immer am wenigsten Stimmen erhält.


    Die Rentner, die Kontinuität wollen, sind, wie ich finde, nur eine weitere Beschreibung meines Wohlstandsdeutschen/rentners. Keine Partei hat sich von den Kernthemen in den letzten 10-12 Jahren so sehr entfernt wie die CDU und darüber haben sich die Alten nicht informiert, sondern einfach gewählt wie immer, da sie meinen die CDU/CSU und SPD von heute stünde noch für die gleichen Themen ein wie in den 90ern und wenn die Glotze noch sagt alles ist tutti, dann ist doch alles prima.

  • Ich glaube nicht, dass man pauschal sagen kann, dass sich die älteren Herschaften nicht informiert haben. Ich habe aus meinem Bekanntenkreis eher andere Erfahrungen. Als Ü70 sind mir die "Ehe für Alle", die Abschaffung der Wehrpflicht, der Atomausstieg usw. egal, weil das Alles nicht mein Leben betrifft. Als Ü70 möchte ich gern meine Rente monatlich haben und den Aktivitäten nachgehen, die mir das Leben so bietet. Renter bekommen jedes Jahr ihre Rentenerhöhung; warum sollen die jemand anderen wählen? Ich säge doch nicht an dem Ast, auf dem ich sitze. Im Gegensatz zu dir sehe ich da eher pragmatische Gründe. Ich würde das auch so machen.