Bundestagswahl 2021

  • Als Hetero betrifft mich "Ehe für Alle" auch nicht, aber es waren die heutigen Rentner, die den § 175 StGB angeschafft haben. Nicht wir. Grade die Alten halten noch wesentlich mehr von der Wehrpflicht als Schleifstein für den jungen Charakter als die U30 Wähler, die alle selbst nie dort waren. Auch das Thema Antiatomkraftbewegung gabs es schon ab den 50ern. Nicht nur wegen der Umwelt, sondern auch um kein Ausgangsmaterial für Atomwaffen zu schaffen. Das ist nun alles nichts "Neues" was die Rentner im Leben thematisch verpasst hätten.


    Das Bild vom Rentner, der nur nach seiner Rente giert bei der Wahl kenne ich auch nur ist dieser mir im echten Leben noch nie begegnet. Auch wirbt keine Partei damit x% Rentenerhöhungen nach der Wahl zu liefern. Weder auf Plakten und bei den ganzen "Triells" war das auch nie Thema. Wenn das so sauber funktionieren würde, hätten die Parteien damit geworben. Auch 2017 ist die SPD mit dem Rententhema "Grundrente" tierisch abgestürzt und hat nicht zugelegt. Grade eine AFD müsste dann doch nur mit % in der Rente locken und würde sich damit all die gierigen Rentner sichern. Das halte ich für eine nicht zutreffende Projektion des eigenen Verhaltens auf auf andere.

    Die meisten Rentner wollen, dass es ihren Kindern und Enkeln besser geht als ihnen und würden eher auf alles für diese verzichten als für sich eine Rentenerhöhung rauszuhauen, wenn sie es denn bewusst tun würden. Sie meinen es "gut", aber sind in der Tiefe nicht informiert oder interessiert.


    Bertelsmannstudie - "Viele ältere Wähler nähmen dabei sogar in Kauf, dass ihre Partei auch Positionen vertritt, die den eigenen Interessen entgegenstehen"


    Mag sicher rentengierige Ausnahmen geben, aber die genügen nicht, damit sich das als Stimmenfänger wirklich lohnt, denn dann hätte in 2017 die SPD durch die Decke gehen müssen, da die Rentner 1/3 aller Wahlberechtigten ausmachen.


    Wenn das jedoch deine persönlichen Erfahrungen im Umfeld sind, dann kann ich dir die natürlich nicht absprechen, entgegen meiner Erfahrung und Ergebnissen wie der Bertelsmannstudie würde ich das jedoch als die Ausnahme und nicht die Regel sehen.

  • Worauf ich mir jedoch keinen Reim machen kann, ist wieso der Klimawandel ein eher linkes und kein konservatives Thema ist, denn damit ist ja schon eine erhebliche Angst verbunden.

    Das war auch mal anders. Die Bewahrung der Natur, mithin der Heimat, ist/war eine erzkonservative Zielrichtung.


    Aber: Konservativ/rechts bedeutet eben auch Bewahrung der Stände-/Klassen-/Hierarchieunterschiede. Die Unternehmen/Unternehmerfamilien, die in Deutschland von Öl/Gas/Kohle und daran angeschlossenen Industrien (insb. Autoindustrie) profitieren, stellen die konservative Schicht in Deutschland. Sie sind in den Parteien, sie spenden an die Parteien, sie beeinflussen die Parteien. Konservativ zu sein, heißt hier, deren wirtschaftlichen Status zu sichern. Damit ist konsequenter Klimaschutz inkompatibel.

    Traurig aber wahr.