• Der Netzbetreiber kann Privathaushalten mit einer sehr neuen Anlage remote die komplette Anlage abschalten. Offiziell aus Gründen des Verhinderns der Netzüberlastung. Aber wer weiß, ob das nicht auch Mal mißbräuchlich eingestzt wird um die eigenen Umsätze und Profite zu steigern. Mal sehen...

    Der Netzbetreiber verdient Geld dann, wenn Strom durch seine Netze geleitet wird. In Deutschland sind das Umlagen, die auf den Arbeitspreis gerechnet und vom Versorger an den Netzbetreiber weitergegeben werden.


    Wie kann er seine Profite steigern, wenn er Anlagen ABschaltet?

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  • In DE haben die Energienetzbetreiber die Möglichkeit Verbraucher oder Erzeuger "zu steuern". Das dient dazu das Stromnetz stabil zu halten.

    Größere Verbraucher (Wallbox, Wärmepumpe) und Erzeuger (PV-Anlage) müssen nun angemeldet werden.
    Alle steuerbaren (!) Verbraucher mit einer Anschlussleistung > 4,2 kW fallen darunter. Bei der PV-Anlage sind es > 7 kWp.
    Stichwort ist "steuerbar".

    Signalisiert der Netzbetreiber nun einen Notfall, dürfen die Verbraucher nur noch 4,2 kW aus dem Netz beziehen.

    Voraussetzung dafür ist, dass man einen Smartmeter mit Gateway hat, welcher das Signal vom Netzbetreiber verarbeitet.
    Der Smartmeter redet dann im Idealfall mit dem Energiemanagementsystem, was mit den Verbrauchern redet.

    Die 4,2 kW sind pro Gerät gerechnet, können daher addiert werden.
    D.h. im EnMS kann man die z.B. 3x 4,2 kW auch so steuern, dass die Wallbox trotzdem mit 11 kW aus dem Netz ziehen darf.
    Oder die Wärmepumpe darf trotzdem mit Volllast laufen, wenn die Wallbox deaktiviert wird.

    Das ist alles kein Normalzustand, das passiert, wenn der Netzbetreiber das Netz stabilisieren will.
    Hier ist zu wenig Strom im Netz.


    Für neue PV-Anlagen (ab 2025) gilt bereits, dass der Netzbetreiber bei negativen Strompreisen die PV-Anlage abschalten darf.
    Bei negativen Strompreisen hat man zu viel Strom im Netz, welcher nicht abgenommen wird.

    Auch das ist kein Normalzustand, passiert aber wahrscheinlich öfter als der obrige Fall.
    Dient aber auch der Netzstabilität.


    Mit einer eigenen PV-Anlage und Akkuspeicher kann man in den Inselbetrieb gehen.
    Im Normalfall braucht der Wechselrichter netzseitige 50 Hz. Fehlen diese, schaltet er sich ab.
    Über eine Trenneinrichtung kann man sich aber aktiv und physisch vom Stromnetz trennen. Der Wechselrichter sollte Inselbetrieb natürlich unterstützen.
    Dann erzeugt er seine 50 Hz selbst. Bei einem Stromausfall ein Backup.

    Trennt man sich nicht (!) vom Netz und überredet seinen PV-Wechselrichter doch einfach weiter zu produzieren und den Überschuss in den Ortsnetz einzuspeisen, hier ein kleines Rätsel:
    Was passiert, wenn der Straßenzug vom Stromnetz genommen werden muss, damit eine Störung am Kabel behoben werden kann und ein Haus meint weiter einspeisen zu müssen?
    Genau. Wäre blöd für die Leute, die am Kabel arbeiten.


    Ich arbeite für ein größeres deutsches EVU und ich finde es spannend zu lesen, dass wir bald, also sehr wahrscheinlich, eure Häuser so steuern werden, dass eure PV-Anlagen nicht mehr produzieren und ihr NUR unseren teuren Strom beziehen müsst.

    Also technisch sollte das funktionieren:
    Dafür signalisieren wir, dass wir zu viel Strom im Netz haben. Haben wir aber nicht.
    Dann schalten eure PV-Anlagen ab und ihr müsst nun den teuren Netzstrom beziehen. Profite!
    Nun haben wir auf einmal zu wenig Strom im Netz. Wie kommt das nur?

    Nicht nur, dass wir eben versucht haben einen Blackout zu forcieren, der Netzbetreiber würde das schlicht und einfach nicht tun, weil er euch gar keinen Strom verkauft. Er hat dadurch nur Nachteile.
    Durch das Unbundling Mitte der 2000er Jahre sind Netzbetrieb und Stromvertrieb getrennt. Ja, ein EVU kann beides haben, es sind aber regulatorisch getrennte Unternehmen und ich kann dir sagen: Das wird gelebt, oh boy wird das gelebt.

  • Ja, die harte, enge (und beizeiten lähmende) Regulierung im Strommarkt kann sich niemand vorstellen, der da nicht gearbeitet hat.


    Wenn man dann in so Foren von so gefühlten Wildwest-Zuständen liest, ist das irgendwie schräg :topmodel:

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  • Das war im Januar... Mittlerweile brennt der Nahe Osten...

    Hab leider zu lange gewartet und jetzt den Abzug gedrückt:

    99 euro grundgebühr im Jahr

    und 29,98ct / KWh

    das macht ca 108 euro pro monat

  • Mache ich genauso. Damit "parkst" du Bargeld bei deinem Energieanbieter. Das ist zwar inflationstechnisch nicht ganz so schlau, aber es fühlt sich halt dann geil an wenn die Rückzahlung vom Anbieter am Konto landet. :saint:

    Mit meinem Stromliefervertrag habe ich jetzt zum ersten Mal in meinem Leben eine Fixpreiswette gewonnen. Der aktuell billigste Anbieter ist energiepreistechnisch schon ~4,5 ¢/kWh teurer als mein Vertrag. Leider "gewinne" ich nur bis Dezember 2026, weil einem halt niemand längere Preisbindungen anbietet, aber immerhin. Sind ja noch ein paar Monate für die ich so auf der sonnigeren Seite der Energiepreislandschaft sitzen darf. Mit den Netznutzungsentgelten müßte ich ca. da zu liegen kommen wo du jetzt bist Kaitou. Nur daß ich für die Vertragsverlängerung noch einen Gratismonat geschenkt bekommen habe. Also nochmal ca. 8,33% weniger. Das gilt aber eben auch nur für 2026.

    Gleiches gilt auch für dien Stromliefervertrag meines Arbeitgebers. Auch die schließen Jahresverträge ab und bekommen als Großabnehmer auch sehr gute Tarife, was sich auch an den Ladesäulen niederschlägt. Aktuell 18 ¢/kWh inkl. Netznutzungsentgelten bis Dezember 2026 sind aktuell absolut unschlagbar. Vor allem weil hier die Netznutzungsentgelte schon inkludiert sind! Damit isses billiger als der Haushaltsstrom. Zum Vergleich die "Öffis": DC: 0,61 ¢/kWh, AC: 51 ¢/kWh und ab 1h 30min bei DC und 4h bei AC noch Strafzahlungen für's Blockieren der Säule, eher unlustig. Aber wie für'n Haushaltsstrom gilt hier wohl auch: Ab 2027 ist der Spaß unten am Firmenparkplatz möglicherweise vorbei.

    Gut ist jetzt für die laufenden Kosten nur, daß ich keinen Benzin oder Diesel mehr brauche. Ersterer steht (Preis heute früh) bei 1,783 €/L und letzterer bei schon echt nicht mehr angenehmen 2,109 €/L wo ich wohne. Würde so ungefähr bedeuten, daß ich statt 20 - 25 €/M für den Strom jetzt ca. 125 €/M für Benzin zahlen müßte. Wenn das länger so bleibt (hoffen wir's Mal nicht), beliefe sich die Differenz auf sagen wir gerundete 1.200 €/J. Bleibt zu hoffen daß sich der Wahnsinn im Nahen Osten auch nur irgendwie zeitnah wieder restabilisieren läßt. Aber ich fürchte mit 2 - 4 Wochen wird es im blödesten Fall nicht gegessen sein.

    Ich bin schon gespannt wie viele Tränen ich dann im Jänner 2027 vergießen werde... kommt ja die werte Inflation auch wieder unter voller Takelage zurück, dabei sind wir sie grade erst halbwegs losgeworden. :( Und was wir jetzt eh alle wissen: Mit teurerer Energie (egal ob Öl, Gas oder Strom) wird ALLES teurer...

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    Edited once, last by GrandAdmiralThrawn (March 26, 2026 at 9:12 AM).

  • Sers GAT, zu ersterem: es ist ja nicht nur die Inflation, sondern Du könntest es ja bei minimalen Abschlagszahlungen schon wieder für Dich arbeiten lassen. Aber ja, es ist wie Dividenden, wenn der Geldhaufen iwo als Zahl wächst, ist es ein anderes Gefühl also wenn man ab und zu mal was in den Eingang bekommt.

    Die energieabhängigen Preise sind alle abartig und es ist einfach ne Frechheit das die Regierungen alles zu regulieren scheinen, außer kartellartige Absprachen bspw. bei den Ölkonzernen, dass ist einfach nur eine Frechheit. Einzige Alternative ist leider sich einfach mit deren Aktien einzudecken und zu partizipieren.

  • Es war auch bezeichnend, daß die Spritpreise nach oben geschossen sind, wo unsere Öllager in Wien quasi randvoll waren und noch immer sind. Und wir beziehen in AT ned Mal Öl von dort unten, weder aus dem Iran noch aus Saudiarabien oder aus Kuwait oder aus den V.A.E.! Im Prinzip hätten wir Benzin, Diesel, Heizöl und Gas für Monate auf dem gleichen Preis halten können, was auch die Heizkosten für den nächsten Winter unten gehalten hätte, zumindest für die verbleibenden Ölheizungen. Wir exportieren ja nichts, also fließen unsere Lagerstätten auch nicht in's Ausland ab. Somit hätte die Teuerung nüchtern betrachtet erst einschlagen dürfen wenn unsere Lager nahezu leer geworden wären. Und für Menschen mit Ölheizungen überhaupt erst im Frühjahr 2027.

    Aber man kann die teilweise geringe Motivation des Staates da was zu machen schon verstehen. Denn auch der schneidet aus steuerlichen Gründen natürlich voll mit...

    Schon geil!

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  • Genau,

    die Krux ist halt, dass man sich mit Autarkie im Prinzip wirklich nur teils freikaufen kann, wenn man auch iwo ein Häuschen besitzt. Mein Bruder ist so 60& des Jahres unabhängig. Braucht aber über 60% der Gesamtenergie dann halt doch in den paar Wintermonaten mit der Wärmepumpe. So recht machen kannst Du dagegen nichts, weil mehr Solarfläche bringt Dir nix wenn die Sonne nicht scheint.

    Wird wohl mal wieder Zeit für ne Revolution gegen die ganze Raffgier. Da kann man dann auch wieder Experimente machen ;)

  • Es war auch bezeichnend, daß die Spritpreise nach oben geschossen sind, wo unsere Öllager in Wien quasi randvoll waren und noch immer sind. Und wir beziehen in AT ned Mal Öl von dort unten, weder aus dem Iran noch aus Saudiarabien oder aus Kuwait oder aus den V.A.E.! Im Prinzip hätten wir Benzin, Diesel, Heizöl und Gas für Monate auf dem gleichen Preis halten können, was auch die Heizkosten für den nächsten Winter unten gehalten hätte, zumindest für die verbleibenden Ölheizungen. Wir exportieren ja nichts, also fließen unsere Lagerstätten auch nicht in's Ausland ab. Somit hätte die Teuerung nüchtern betrachtet erst einschlagen dürfen wenn unsere Lager nahezu leer geworden wären. Und für Menschen mit Ölheizungen überhaupt erst im Frühjahr 2027.

    Aber man kann die teilweise geringe Motivation des Staates da was zu machen schon verstehen. Denn auch der schneidet aus steuerlichen Gründen natürlich voll mit...

    Schon geil!


    Na ja, die Öllager (zumindest in Deutschland) sind ja nicht dazu da, Preise stabil zu halten, sondern Versorgungslücken zu decken. Der Begriff ist sicher dehnbar, aber ich finde es eigentlich grundfalsch, die Reserve anzufassen, um Spritpreise niedrig zu halten. Wenn Du das nämlich machen würdest so wie von Dir beschrieben, und die Lager leerst, und DANN passiert etwas, dann biste am Arsch. Dann darfst Du erst recht zu höchsten Preisen einkaufen, weil Du Dich erpressbar gemacht hast.

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  • Du bist da ein bissl auf einem Irrweg denke ich. Denn wir haben eine Versorgungslücke, und zwar in wenigen Wochen eine wirklich ernste laut Pressemitteilung, dann gibt es wahrscheinlich die ersten leeren Tankstellen, weil unsere Quellländer jetzt natürlich Kaufinteressenten dazubekommen haben. Wir wissen ja längst daß das Problem mit hoher Wahrscheinlichkeit vor der Haustüre steht. Ich greife ja die Lager nicht an weil ich will, sondern weil ich bereits jetzt muß. Das von dir angesprochene Schließen einer Versorgungslücke hat ja schon begonnen. Aber schau: Dieses Öl, das sich in diesen Tanks befindet, das wurde um einen bestimmten Einkaufspreis akquiriert. Dieses Öl das um diesen Einkaufspreis akquiriert wurde, wurde nach dem Raffinieren an den Zapfsäulen um einen gewissen Verkaufspreis verkauft.

    Jetzt verkaufen sie uns diese Treibstoffe aber um einen deutlich höheren Preis, obwohl da schon Treibstoffe verkauft werden der von den Lagerstätten kommt, weil es schon so eng ist.

    Simpler formuliert: Ich bau' dir ein Auto um 10.000 € und verkaufe es dir um 15.000 €. Einen Monat später baue ich dir immer noch ein Auto um 10.000 €, verkaufe es dir aber um 25.000 €, obwohl meine Kosten (noch) nicht gestiegen ist. Einfach Mal so, weil ich geil auf die Marge bin.

    Und das ist ganz klar nicht in Ordnung. Sie können die Preise dann heben, wenn wirklich alles alle ist und wir Öl um einen tatsächlich höheren Preis ankaufen müssen.

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    Quote Bier.jpg@IRC 2020: "Je schlimmer der Fetisch, desto besser!"

  • Es war auch bezeichnend, daß die Spritpreise nach oben geschossen sind, wo unsere Öllager in Wien quasi randvoll waren und noch immer sind. Und wir beziehen in AT ned Mal Öl von dort unten, weder aus dem Iran noch aus Saudiarabien oder aus Kuwait oder aus den V.A.E.! Im Prinzip hätten wir Benzin, Diesel, Heizöl und Gas für Monate auf dem gleichen Preis halten können, ( ... )

    Im Verkauf wird der Preis als Berechnungsgrundlage genommen, der für die Wiederbeschaffung aufgerufen wird. Meine Beobachtung ist, dass das eigentlich ausschließlich bei steigenden Preisen so gehandhabt wird.


    Aber man kann die teilweise geringe Motivation des Staates da was zu machen schon verstehen. Denn auch der schneidet aus steuerlichen Gründen natürlich voll mit...

    Für den Staat scheint die Situation keine sprudelnde Steuerquelle zu sein. Am Produkt verdient der Staat nichts, bei den festen Sätzen für Energiesteuer und CO2-Abgabe verdient der Staat unabhängig vom Verkaufspreis nicht mehr oder weniger.
    Variabel ist lediglich der Betrag für den Anteil der 19 % Mehrwertsteuer. Rund 60% der abgesetzten Menge an Diesel und Benzin wird gewerblich genutzt. Da nimmt der Staat keine Steuer ein.

    Nachteilig ist, dass Verbraucher durch höhere Treibstoffkosten weniger Kaufkraft für andere Dinge haben und dadurch weniger Mehrwertsteuer bezahlt wird. In Summe scheint der Staat nur recht wenig Mehreinnahmen zu generieren.

  • Klar verdient der Staat am Produkt etwas. In Österreich sind die Treibstoffe ja nicht nur mit der Mineralölsteuer und der CO2 Steuer belastet, die nominal fix sind, sondern auch noch mit der prozentuellen Mehrwertsteuer in Höhe von 20%, die damit also mit dem Treibstoffpreis wächst.

    Je teurer der Treibstoff, desto höher also die Steuereinnahmen.

    Ich weiß natürlich nicht wie das in Deutschland genau abläuft, aber so ist es halt hier.

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    Quote Bier.jpg@IRC 2020: "Je schlimmer der Fetisch, desto besser!"

  • Klar verdient der Staat am Produkt etwas. In Österreich sind die Treibstoffe ja nicht nur mit der Mineralölsteuer und der CO2 Steuer belastet, die nominal fix sind, sondern auch noch mit der prozentuellen Mehrwertsteuer in Höhe von 20%, die damit also mit dem Treibstoffpreis wächst.

    Je teurer der Treibstoff, desto höher also die Steuereinnahmen.

    Ich weiß natürlich nicht wie das in Deutschland genau abläuft, aber so ist es halt hier.


    Habe das in schön und ausführlich formuliert finden können: https://www.br.de/nachrichten/de…preisen,VE8MxSO

  • Du bist da ein bissl auf einem Irrweg denke ich. Denn wir haben eine Versorgungslücke, und zwar in wenigen Wochen eine wirklich ernste laut Pressemitteilung, dann gibt es wahrscheinlich die ersten leeren Tankstellen, weil unsere Quellländer jetzt natürlich Kaufinteressenten dazubekommen haben. Wir wissen ja längst daß das Problem mit hoher Wahrscheinlichkeit vor der Haustüre steht. Ich greife ja die Lager nicht an weil ich will, sondern weil ich bereits jetzt muß. Das von dir angesprochene Schließen einer Versorgungslücke hat ja schon begonnen.

    Du hast meinen Kernpunkt nicht verstanden: Was ich sage ist, das gelagerte Öl ist nicht zum Stabilisieren des PREISES da. Egal ob die Lücke heute oder morgen kommt.

    Wenn die Reserve schon angezapft wird, ist es TROTZDEM sinnvoll, den aktuellen Marktpreis durchzureichen, denn eine Reserve endet im Zweifel sehr schnell. Wenn Du den Preis (künstlich) schön billig hältst, hältst Du halt auch die Nachfrage schön hoch. Das kannst Du bei einer strategischen Reserve nicht wollen. Die soll so lange wie möglich halten.

    Im Extremfall würdest Du die Reserve ja sogar richtig kannibalisieren: Du hältst Deinen Preis niedrig, Dein Nachbarland gibt aber die reellen/aktuellen Preise weiter. Du kannst Dir ausmalen, was passieren wird.


    Quote

    Simpler formuliert: Ich bau' dir ein Auto um 10.000 € und verkaufe es dir um 15.000 €. Einen Monat später baue ich dir immer noch ein Auto um 10.000 €, verkaufe es dir aber um 25.000 €, obwohl meine Kosten (noch) nicht gestiegen ist. Einfach Mal so, weil ich geil auf die Marge bin.

    Ich bin geneigt zu antworten: Willkommen im Kapitalismus... Aber ernsthaft. Das ist doch VOLLKOMMEN normal. Wenn Du genügend Nachfrage für 25.000 EUR hast, wärst Du im kapitalistischen Sinne dumm, es für weniger zu verkaufen.

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    Edited once, last by LoB (March 26, 2026 at 3:25 PM).

  • Dieses Argument wurde natürlich auch eingebracht im öffentlichen Raum, aber das bedeutet daß du auf eine extensive, lang anhaltende Krise wettest. Also eine die für mehrere Monate anhält. Tanktourismus würde sicher in Grenzregionen passieren, aber das wären wohl schmale Bänder rund um das Land.

    Das macht also nur dann Sinn, wenn die Krise 4 - 6 Monate dauert. Das heißt du wettest auf einen sehr langen und bitteren Krieg im Iran. Manche tun das, manche nicht. Ich bin im Team derer die denken daß Donald Trump unter zuviel innenpolitischen Druck geraten wird um das noch ausgesprochen lange durchzuhalten was er momentan veranstaltet. Auch das ist logischerweise eine Wette, die auf eine Entlastung der Bevölkerung auf ein gewisses Restrisiko hin abzielt.

    Also diese innenpolitische Diskussion wird aktuell gerade geführt. Ich bin halt wie gesagt in dem Lager zu Hause, das der Meinung ist man sollte den Preis eher halten, weil ärmere Teile der Bevölkerung so in noch gefährlichere Regionen gedrückt werden.

    Ein anderes Argument für die Weitergabe aktueller Einkaufspreise war, daß das die Elektromobilität in unserem sehr konservativen Land ankurbeln könnte. Das allerdings bringt dem zunehmend wegbrechenden Mittelstand und Haushalte an der Armutsgrenze wenig bis gar nichts, weil sich die oft sowieso kein E-Auto leisten können.

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  • Ich kann mir das Szenario überhaupt nicht richtig vorstellen, das Du offenbar im Kopf hast. Also ich skizziere es mal:

    • Da gibt es eine Börse für den Ölverkauf, und vor der Krise stand der Preis bei ca 65 $.
    • Aktuell steht er bei $ 101,5851
    • Was wäre jetzt Deine Erwartung: Dass der Staat mit seiner Reserve das Öl wieder für 65$ anbietet?

    Das wäre doch wirklich KOMPLETTER Irrsinn? Was würde passieren? ALLE, WIRKLICH ALLE würden die Ölreserve anzapfen bis sie leer ist. Das würde also wie ein massivstes Strohfeuer/Ölfeuer in kürzester Zeit vorbei sein.

    Vermutlich wäre es sogar noch schlimmer: Es dürfte Firmen geben, die an die Ölreserve gehen, das Öl einlagern, und wenn die Reserve leer ist, gehen sie mit $100 wieder an den Markt.


    Also ich bin ja großer Freund von berechtigter Kritik an unseren Staaten - aber hier das klingt mir doch eher nach Stammtisch-Gepolter.

    Was ja wirklich passiert: Die Reserve wird kontrolliert an den Markt gegeben (z.B. mit Auktionen). Dadurch ist der Preis vergleichbar mit dem Marktpreis, aber der Marktpreis selbst sinkt auch (moderat) aufgrund des erhöhten Angebots.

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    Edited once, last by LoB (March 26, 2026 at 4:16 PM).