• Nach den ganzen "America first" Tiraden seitens eines gewissen US-Präsidenten, die sicher an niemandem vorbeigegangen sein dürften ist ja mittlerweile mit den "European Alternatives" eine gewisse Gegenbewegung in's Rollen gekommen. Unter diesem Namen gibt es u.a. eine [Webseite], die sich insbesondere auf Cloud- und Hostingdienste fokussiert. Aber nicht nur darum soll es mir hier in diesem Thread gehen, sondern um noch einiges mehr.

    Ich wollte einfach Mal ein paar Fragen in die Runde werfen, weil es mich interessiert, auf welche Dinge ihr beim Konsum von Gütern und Diensten insbesonderen Wert legt. Achtet ihr auf eine Europäische oder auch sonstwie geartete Herkunft, und was ist euch das wert? Wenn euch die Herkunft eines Produkts oder Diensts eher egal ist oder ob es euch nur bei bestimmten Dingen egal oder wichtig ist, dann ist das auch okay, schreibt's einfach rein!

    Abseits von der rein geographischen Herkunft möchte ich auch noch zu ein paar anderen Dingen rumfragen, das wären dann Aspekte wie das politische System eines Herkunftslandes, eine faire Behandlung und Bezahlung der Arbeitskräfte, Fair Trade, Umweltschutzbewußtsein und dergleichen.

    Das erzeugt jetzt wahrscheinlich einen gewissen Bias (ich weiß, ich weiß), aber ich persönlich habe ja insbesondere über die letzten Jahre einen sehr starken Fokus auf die Herkunft von Produkten und Diensten entwickelt. Besonders bitter war es für mich, als HiFi Firmen wie AKG aus Wien oder vor kurzem Beyerdynamic aus Deutschland nach China verkauft wurden. Firmen, die nicht nur lokal entwickelt sondern auch gefertigt haben. Ein anderes Beispiel wäre Bialetti, ein italienischer Kaffee- und Kaffeemaschinenhersteller, der für seine Mokka-Maschinchen Bekanntheit erlangt hatte. Auch nach China verkauft, erst vor kurzem. Mich schmerzt das.

    Deswegen laufe ich jetzt in Schuhen "Made in Austria" herum (Unfaßbar, es gibt noch eine Schuhmanufaktur in Österreich, in Deutschland übrigens mit [Lunge] auch!), mixe meine Bananenmilch mit einem Mixer "Made in Switzerland", trinke Kaffee aus einer Maschine die noch "Made in Italy" ist und fahre ein Auto das (bis auf die Chips des Multimediasystems) "Made in France" von sich behaupten darf, von Blech, Stoff, Plastik und Glas bis hin zum Antrieb. Der mittlerweile Chinesische Autobauer Volvo hat - wohl wegen der Zollsituation - bereits ebenfalls Fertigungen in Europa angekündigt. Mein HiFi Zeug ist zumindest teilweise "Made in Germany", aber teilweise auch "Made in Malaysia" und "Made in China". Das trifft auch noch auf viel Kleidung von mir zu, auch wenn man Sachen wie T-Shirts und Hosen durchaus auch aus Europäischer Fertigung haben kann. Da gibt's bei mir noch Optimierungspotential. Bei der Ernährung kommt mittlerweile alles aus meinem eigenen Land, teilweise auch direkt aus dem sehr nahe gelegenen Umland.

    Auch: Wußtet ihr daß wir sehr wohl Chipfabriken in der EU haben? Ich wußte das ganz aufrichtig bis vor kurzem nicht. ST Microelectronics (ja, die, die damals die PowerVR Chips für die Kyro Grafikkarten gebaut haben) hat zum Beispiel die ganzen Chips abseits des Multimediasystems in meinem Fahrzeug direkt in Frankreich gefertigt. Auch in Italien haben sie eine Fabrik stehen. Derweilen zwar nur bis zu 28 nm runter, aber 18 nm soll in der EU auch bald kommen; In Deutschland übrigens, dank des GlobalFoundries Werks in Dresden! Sicher, damit bauen wir keine GPUs, aber für die automotiven und industriellen Bereiche genügt das weitestgehend.

      

         
    Beispiele: Der Kaffeefilter einer Maschine aus Italien, ein Mixer der seit den 50ern unverändert in der Schweiz gebaut wird, sehr wenig Strom braucht und quasi ewig hält, Schuhe die in Österreich handgefertigt wurden, ein Auto, das bis auf wenige Chips mit hohem Recyclinganteil zur Gänze in Frankreich hergestellt wurde und zu guter letzt wertige Kopfhörer "Made in Germany"; Nicht alle, aber viele dieser Produkte sind deutlich teurer als Konkurrenzware, die z.B. aus Südostasien kommt (Klicken zum Vergrößern)


    So, nun also meine Fragen an euch:

    1. Ist euch eine Europäische Herkunft von Produkten und Dienstleistungen wichtig? Gibt es Ausnahmen und wenn ja, welche?

    2. Würdet ihr eine Herkunft in der EU einer Herkunft aus Europäischen Ländern abseits der EU bevorzugen?

    3. Würdet ihr mehr Wert auf die Herkunft aus eurem eigenen Land legen, als aus der EU oder aus Resteuropa? ("Made in Germany" z.B. gilt ja weltweit als besonderes Qualitätsmerkmal)

    4. Abseits von Europa: Würdet ihr generell lieber Produkte aus demokratischen als autokratischen Staaten kaufen, oder spielt das keine Rolle?

    5. Legt ihr Wert auf eine faire Behandlung und Bezahlung der beteiligten Arbeitskräfte, oder nicht?

    6. Sind euch bei der Produktwahl auch ökologische Aspekte wie z.B. ein hoher Recyclinganteil oder weniger zerstörerische Rohstoffabbaumethoden wichtig?

    7. Wäre euch auch die Rohstoffherkunft "Europa" wichtig, oder eher nur die Produktion in Europa?

    8. Würdet ihr es - eventuell aus geopolitischen Gründen - als besonders wichtig erachten, daß Europa eine weitreichende Rohstoff- und Fertigungsautonomie erlangt, oder denkt ihr, daß wir weiterhin auf internationale Handelsnetze unter Einbezug von Billiglohnländern setzen sollten?

    9. Wäre es euch wichtig - und wie sehr - daß datenverarbeitende Dienste (Cloud Storage, eMail, Kommunikation, etc.) auf Europäischen Servern laufen, und sich an DSGVO-Richtlinien halten müssen?

    10. Wie wichtig ist euch, daß Nahrungsmittel nahe am Konsumenten hergestellt werden, und achtet ihr auf Dinge wie Bio-Zertifizierungen?

    11. Gibt es bestimmte Länder außerhalb Europas, die ihr in hohem Maße als Herkunftsland bevorzugt, und wenn ja, welche und warum (abseits davon, ob Europa ansonsten Favorit wäre oder nicht)?

    12. Mit Volvo als Beispiel: Wenn eine Chinesische oder sonstig außereuropäische Firma sich entscheidet Produkte in Europa zu fertigen und hier zu verkaufen, wäre das für euch gleichwertig mit einer Europäischen Firma, die das selbe tut? Oder würdet ihr die Europäische Firma die auch in Europa fertigt bevorzugen? Wie sähe es weiters in einem Fall aus, bei dem ein in Europa gefertigtes Produkt einer Chinesischen Firma einem Produkt gegenübersteht, daß zwar eine Europäische Firma entwirft, aber in China fertigen läßt (z.B. diverse BMW Fahrzeuge, euch Minis, VWs, usw.)?

    13. Und zu guter letzt natürlich die ganz große Gretchenfrage: Wenn euch Europa als Host für Hersteller und Dienstleister wichtig sein sollte, wie viel würdet ihr prozentuell extra dafür bezahlen und wäre das was ihr drauflegen würdet für euch wirklich vollumfänglich durch alle Produkt- und Dienstekategorien leistbar? Eventuell alle anderen Antworten nach Lesen dieser Frage noch einmal überdenken! Denn die Antworten auf viele dieser Fragen sind relevant für die letzendliche Preisgestaltung! Denn: Je mehr ihr "Ja klar!" sagt, desto teurer wird es, teilweise gern auch Mal doppelt und dreifach!! Da könnte es gut sein, daß man die Kirche da und dort doch etwas im Dorf würde lassen müssen...


    Bin gespannt auf eure Antworten und vielen Dank für eure Zeit!

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    Quote Bier.jpg@IRC 2020: "Je schlimmer der Fetisch, desto besser!"

    Edited once, last by GrandAdmiralThrawn (September 11, 2025 at 7:21 AM).

  • Moin,

    ich kaufe gerne gute Quallität, jedoch wenn möglich gebraucht (Werkzeuge Maschinen und sowas) Wo dass im einzellnen herkommt ist für mich eher untergeordnet. Wobei davon schon sehr viel aus Europa kommt. ob dass dann auch wirklich in EU gefertigt wurde oder hier nur der Hersteller sitzt...

    Ist auch alles eine Geldfrage, da ich Alleinverdiener bin kann ich mir zB. Manufakturschuhe nicht leisten. Schuhe würde ich auch keine gebrauchten kaufen.

    Vor paar Jahren hab ich mir einen neuen Traktor gegönnt, der kommt aus Indien ^^ Da wäre jede Andere Entscheidung einfach mal 3-4 mal so teuer gewesen und damit weit außerhalb meiner Möglichkeiten gewesen.

  • Deswegen habe ich auch auf die Geldfrage so gepocht - weil's halt ein bestimmender Faktor ist. In meinem Fall haben die Schuhe übrigens 175€ gekostet. Das ist teurer, aber nicht so sehr viel teurer als manch vergleichbare, die aus China kommen, z.B. von Ecco, die früher in Osteuropa gefertigt und das nach China verschoben haben ohne dadurch aber billiger zu werden. Vom Modell her vergleichbare Schuhe von Lunge aus Deutschland allerdings kosten über 200€.

    Ajo, meine Idee war eigentlich, daß man selber Listen von 1..13 posted, mit den Antworten zu den jeweiligen Fragen oben. Ist natürlich viel mehr Aufwand, aber das war die Idee. :)

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    Quote Bier.jpg@IRC 2020: "Je schlimmer der Fetisch, desto besser!"

  • Ich kann die meisten deiner Fragen gar nicht beantworten, da die zu starr gestellt sind. Ich schaue meistens direkt auf den Hersteller (egal, aus welchem Land) und entscheide dann. Bei identischem Angebot würde ich mich aber eher für Regional entscheiden.

  • Interessant. Das klingt dann eher nach einem rein pragmatischen Ansatz anstatt eines ideologischen. Was meinst du genau mit "zu starr"? Das verstehe ich nicht ganz.

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    Quote Bier.jpg@IRC 2020: "Je schlimmer der Fetisch, desto besser!"

  • Ist euch eine Europäische Herkunft von Produkten und Dienstleistungen wichtig? Gibt es Ausnahmen und wenn ja, welche?

    Ja, ist mir wichtig, aus verschiedenen Gründen: Bei Lebensmitteln vor allem Umwelt- und Klimaschutz, aber auch Qualitätsstandards. Bei Dienstleistungen ist es der Datenschutz und das Misstrauen gegenüber US-Behörden. Ich lebe es aber nicht dogmatisch.

    Bei Hardware z.B. bin ich recht unwählerisch. Wobei ich auch schon mal ein Shiftphone aus deutschland oder aktuell ein Fairphone aus den Niederlanden habe.

    Würdet ihr eine Herkunft in der EU einer Herkunft aus Europäischen Ländern abseits der EU bevorzugen?

    Klares ja. Außerhalb der EU ist für mich ähnlich weit weg wie USA. Juristisch und politisch gesehen.

    Quote


    Würdet ihr mehr Wert auf die Herkunft aus eurem eigenen Land legen, als aus der EU oder aus Resteuropa? ("Made in Germany" z.B. gilt ja weltweit als besonderes Qualitätsmerkmal)

    Klares ja. Noch einfacher, Rechte einzufordern. Und vielleicht auch ein bisschen Patriotismus, das eigene Land zu unterstützen.


    Abseits von Europa: Würdet ihr generell lieber Produkte aus demokratischen als autokratischen Staaten kaufen, oder spielt das keine Rolle?

    Hab ich mir noch nicht so richtig Gedanken zu gemacht. Wenn Du so fragst, eher ja, aber drauf achten tu ich bisher nicht.


    Legt ihr Wert auf eine faire Behandlung und Bezahlung der beteiligten Arbeitskräfte, oder nicht?

    Ja. Fairphone...

    Quote


    Sind euch bei der Produktwahl auch ökologische Aspekte wie z.B. ein hoher Recyclinganteil oder weniger zerstörerische Rohstoffabbaumethoden wichtig?

    Ja. Darauf achte ich. Eher aber noch wichtiger: Reparierbarkeit. Und gebraucht kaufen.


    Wäre euch auch die Rohstoffherkunft "Europa" wichtig, oder eher nur die Produktion in Europa?

    Keine Gedanken bisher. Tendenziell beides, da man bei den Rohstoffen sonst ja auch von sehr niedrigen Umweltstandards und Arbeitsbedingungen ausgehen kann.

    Quote


    Würdet ihr es - eventuell aus geopolitischen Gründen - als besonders wichtig erachten, daß Europa eine weitreichende Rohstoff- und Fertigungsautonomie erlangt, oder denkt ihr, daß wir weiterhin auf internationale Handelsnetze unter Einbezug von Billiglohnländern setzen sollten?

    Die Wichtigkeit der Autonomie hat mir die Gaskrise vor Augen geführt. Das nächste Ding werden Chips und Clouds sein. Die Bundeswehr kriegt gerade eine IT-Infrastruktur von US-Cloudanbietern. Da ist doch unter Garantie ein Killswitch drin, der I'm Ernstfall dann die ganze Armee lahmlegt...


    Wäre es euch wichtig - und wie sehr - daß datenverarbeitende Dienste (Cloud Storage, eMail, Kommunikation, etc.) auf Europäischen Servern laufen, und sich an DSGVO-Richtlinien halten müssen?

    Ja, s.o.

    Quote


    Wie wichtig ist euch, daß Nahrungsmittel nahe am Konsumenten hergestellt werden, und achtet ihr auf Dinge wie Bio-Zertifizierungen?

    Ja, s.o.

    Bei Bio bin ich etwas ambivalent: Denn hier arbeiten Tierschutz/Naturschutz/Gesundheitsschutz im Zweifel gegen Klimaschutz: Ein Bio-Rind z.B ist sicher gut fürs Tier und den Menschen, durch längere natürliche Aufzucht wird es aber mehr Methan produzieren.


    Gibt es bestimmte Länder außerhalb Europas, die ihr in hohem Maße als Herkunftsland bevorzugt, und wenn ja, welche und warum (abseits davon, ob Europa ansonsten Favorit wäre oder nicht)?

    Nein.

    Quote


    Mit Volvo als Beispiel: Wenn eine Chinesische oder sonstig außereuropäische Firma sich entscheidet Produkte in Europa zu fertigen und hier zu verkaufen, wäre das für euch gleichwertig mit einer Europäischen Firma, die das selbe tut? Oder würdet ihr die Europäische Firma die auch in Europa fertigt bevorzugen? Wie sähe es weiters in einem Fall aus, bei dem ein in Europa gefertigtes Produkt einer Chinesischen Firma einem Produkt gegenübersteht, daß zwar eine Europäische Firma entwirft, aber in China fertigen läßt (z.B. diverse BMW Fahrzeuge, euch Minis, VWs, usw.)?

    Schwierig. Eine deutsche/EU-Firma mit chinesischem Investor/Besitzer hätte immerhin noch lokale Arbeitsplätze und Steuerangaben zur Folge. Und ich habe mal in einer Firma gearbeitet, die von Chinesen übernommen wurden. Die haben versucht alles durchzudrücken, Scheiß auf Arbeitnehmerschutz etc. Haben sich aber an den deutschen Gesetzen und dem Betriebsrat ganz schön die Zähne ausgebissen. Daher hätte ich da noch ein okayes Gefühl.


    Und zu guter letzt natürlich die ganz große Gretchenfrage: Wenn euch Europa als Host für Hersteller und Dienstleister wichtig sein sollte, wie viel würdet ihr prozentuell extra dafür bezahlen und wäre das was ihr drauflegen würdet für euch wirklich vollumfänglich durch alle Produkt- und Dienstekategorien leistbar? Eventuell alle anderen Antworten nach Lesen dieser Frage noch einmal überdenken! Denn die Antworten auf viele dieser Fragen sind relevant für die letzendliche Preisgestaltung! Denn: Je mehr ihr "Ja klar!" sagt, desto teurer wird es, teilweise gern auch Mal doppelt und dreifach!! Da könnte es gut sein, daß man die Kirche da und dort doch etwas im Dorf würde lassen müssen...

    Was soll man jetzt darauf antworten? Eine Zahl? Schwer zu sagen. Es muss halt irgexwie passen. Thema Hosting und so mache ich dann lieber lokal mit Open Source Software, und spende monatlich dem Hersteller, z.B. Nextcloud.

    We are Microsoft of Borg. Assimilation is imminent. Resistance is... Error in Borg.dll. Press OK to abort.

  • Versuchen wir's mal:

    1. Ist euch eine Europäische Herkunft von Produkten und Dienstleistungen wichtig? Gibt es Ausnahmen und wenn ja, welche?

    Nein. Handel bringt die Menschen zusammen und erweitert auch mal den Horizont. Wenn ein nicht europäisches Unternehmen ein gutes Produkt hat, warum soll ich es nicht kaufen.

    Zur Klarstellung: Software von Microsoft war schon immer scheiße.

    2. Würdet ihr eine Herkunft in der EU einer Herkunft aus Europäischen Ländern abseits der EU bevorzugen?

    Meinst Du jetzt dasselbe Produkt vom selben Hersteller oder ähnliche Produkte von verschiedenen Herstellern?

    Bei letzterem nehme ich, was mir eher zusagt (Funktion, Qualität, Preis, Preis/Leistungsverhältnis).

    Zu Ersterem: Verteilte Produktionsstätten sind sicherlich im Sinne der Arbeitnehmer und der Risikoverteilung sinnvoll, erhöhen aber auch die Kosten der Herstellung. Wenn's nur ein kleiner Hersteller ist, würde ich ihm das nicht zumuten wollen. Reden wir jetzt von großen, börsennotierten Konzernen, kann man bei Milliardengewinnen schon erwarten, daß da von der Produktion auch was in den Absatzmärkten hängen bleibt.

    3. Würdet ihr mehr Wert auf die Herkunft aus eurem eigenen Land legen, als aus der EU oder aus Resteuropa? ("Made in Germany" z.B. gilt ja weltweit als besonderes Qualitätsmerkmal)

    Ob "Made in Germany" immer noch so ein Qualitätsmerkmal ist wie früher, sei mal dahingestellt (siehe VW Abgasskandal). Das Bildungsniveau hat in den letzten Jahrzehnten doch mächtig gelitten und jeder strunzdumme Depp, der bereit ist, dem Lehrer/Professor/Vorgesetzten bedingungslos in den Arsch zu kriechen, bekommt sein Abitur/Doktortitel/Beförderung. Wie soll unter solchen Voraussetzungen das Qualitätsniveau auf irgendeinem Level gehalten werden können? Es fehlt in den Unternehmen zumeist ein objektives Beurteilungssystem für die Leistung der einzelnen Mitarbeiter. Vieles hängt einfach nur vom Wohlwollen des Vorgesetzten und den Vorgaben aus der Chefetage ab. Qualität made in Germany gibt es noch, aber pauschal würde ich es verneinen. Man muß da schon suchen. Der Austausch unserer Fenster vor 10 Jahren war eine Katastrophe sowohl was die Qualität der neuen Fenster betrifft als auch die Ausführung der Einbauarbeiten.

    4. Abseits von Europa: Würdet ihr generell lieber Produkte aus demokratischen als autokratischen Staaten kaufen, oder spielt das keine Rolle?

    Feigen aus der Türkei kaufe ich seit der verbalen Attacken von Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei, gegen Europa schon lange nicht mehr. Die Feigen sind zwar meist größer und sehen besser aus als die aus Peru, aber weil ein Großteil seiner Wählerschaft vom Lande kommt und in einfach mal unterstelle, daß da viele Obstbauern drunter sind, lasse ich es. Feigen aus Peru? Da ist mir der Transportweg dann doch zu weit und der Preis für die kleinen Dinger zu hoch. Also verzichte ich. Orangen kommen jeden Winter vom Biobauern aus Spanien über dessen Direktvertrieb im Web.

    5. Legt ihr Wert auf eine faire Behandlung und Bezahlung der beteiligten Arbeitskräfte, oder nicht?

    Steht leider nicht auf dem Etikett und Greenwashing und Socialwashing, wie ich es jetzt mal analog dazu nenne, dürfte eher die Regel als die Ausnahme sein. Manchmal kaufe ich T-Shirts mit dem entsprechenden Label, jedoch nicht ausschließlich. Wichtig ist es aber schon. Daher kaufe ich, soweit ich es erkennen kann, keine Bananen von Chiquita, weil die im April alle 6.500 Mitarbeiter in Panama wegen eines Streiks entlassen haben. Dann doch lieber die Bananen mit WWF-Siegel. Preislich macht das kaum einen Unterschied. Ob's für die Umwelt wirklich besser ist, darüber hab ich mich noch nicht informiert.

    6. Sind euch bei der Produktwahl auch ökologische Aspekte wie z.B. ein hoher Recyclinganteil oder weniger zerstörerische Rohstoffabbaumethoden wichtig?

    Bei Klamotten achte ich auf einen hohen Baumwollanteil (mind. 95 %) und möglichst wenig Chemiefasern ala Polyester/Elastan/... Nur gibt es da kaum einen Hersteller, auf den man sich verlassen kann, und dann wird oftmals noch zwischen Ober- und Unterstoff unterschieden und bei der nächsten Kollektion ist sowieso wieder alles anders. Klamottenkaufen ist die Hölle für mich und wenn das Orange dann doch allzu schön leuchtet, ist der Rest egal.

    7. Wäre euch auch die Rohstoffherkunft "Europa" wichtig, oder eher nur die Produktion in Europa?

    Rein ökonomisch betrachtet, hat sich in der Welt eine Arbeitsteilung etabliert. Was zunächst innerhalb eines Ortes begann (Bauer, Müller, Bäcker, Schlachter, Metzger, Schuster), hat sich auf Länder, Kontinente und zum Schluß auf die ganze Welt verteilt mit dem Ziel, die Produktionskosten niedrig zu halten. Bei Rohstoffen kommt noch hinzu, daß die Zugänglichkeit und Ergiebigkeit einer Lagerstätte die Abbaukosten maßgeblich beeinflussen. Vom Umweltschaden beim Abbau wollen wir erst gar nicht reden. Ziel sollte es sein, den Gesamtschaden in der Bilanz zu minimieren.

    8. Würdet ihr es - eventuell aus geopolitischen Gründen - als besonders wichtig erachten, daß Europa eine weitreichende Rohstoff- und Fertigungsautonomie erlangt, oder denkt ihr, daß wir weiterhin auf internationale Handelsnetze unter Einbezug von Billiglohnländern setzen sollten?

    Internationaler Handel ist wichtig, Risikoverteilung und auskömmliche Löhne sind es auch. Das schafft Wohlstand auch in anderen Teilen der Welt und stabilisiert sie womöglich. Wenn man alles teurer macht, werden alle ärmer. Nur sollte man nicht erneut den Fehler machen, mit Autokraten zusammenzuarbeiten und sie mit Waffen zu beliefern, nur weil man sich deren Wohlwollen davon erhofft. Der Schuß geht regelmäßig nach hinten los.

    9. Wäre es euch wichtig - und wie sehr - daß datenverarbeitende Dienste (Cloud Storage, eMail, Kommunikation, etc.) auf Europäischen Servern laufen, und sich an DSGVO-Richtlinien halten müssen?

    Ja, sehr wichtig. Wer auch immer egal wo Geschäfte macht, hat sich an die dortigen Gesetze zu halten.


    Kurz Pause, langsam wird es mühselig.

    10. Wie wichtig ist euch, daß Nahrungsmittel nahe am Konsumenten hergestellt werden, und achtet ihr auf Dinge wie Bio-Zertifizierungen?

    Siehe meine Beispiele weiter oben. Es wächst aber nicht alles um die Ecke z. B. ist der Kaffeestrauch sehr empfindlich und wächst nur im sogenannten Kaffeegürtel. Das nächste Teeanbaugebiet liegt meines Wissens nach in Tregothnan, Cornwall, England. Die Mengen dürften überschaubar sein. Bei Tomaten versuche ich, die aus Franken zu nehmen, und ansonsten Früchte und Beeren der Saison aus der Umgebung oder dem eigenen Garten (Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Rhabarber, Birnen, Äpfel). Außerhalb der Saison schmeckt irgendwie alles scheiße. Da merkt man, daß den Pflanzen die Ruhe und das Sonnenlicht fehlt.

    11. Gibt es bestimmte Länder außerhalb Europas, die ihr in hohem Maße als Herkunftsland bevorzugt, und wenn ja, welche und warum (abseits davon, ob Europa ansonsten Favorit wäre oder nicht)?

    Nein. Darüber hab ich noch nie nachgedacht, weil mein Konsum nicht gerade ausufernd ist, sondern eher sparsam.

    12. Mit Volvo als Beispiel: Wenn eine Chinesische oder sonstig außereuropäische Firma sich entscheidet Produkte in Europa zu fertigen und hier zu verkaufen, wäre das für euch gleichwertig mit einer Europäischen Firma, die das selbe tut? Oder würdet ihr die Europäische Firma die auch in Europa fertigt bevorzugen? Wie sähe es weiters in einem Fall aus, bei dem ein in Europa gefertigtes Produkt einer Chinesischen Firma einem Produkt gegenübersteht, daß zwar eine Europäische Firma entwirft, aber in China fertigen läßt (z.B. diverse BMW Fahrzeuge, euch Minis, VWs, usw.)?

    Hängt vom Gefallen, Funktion, Qualität, Preis, Preis/Leistungsverhältnis, Geldbeutel ab.

    13. Und zu guter letzt natürlich die ganz große Gretchenfrage: Wenn euch Europa als Host für Hersteller und Dienstleister wichtig sein sollte, wie viel würdet ihr prozentuell extra dafür bezahlen und wäre das was ihr drauflegen würdet für euch wirklich vollumfänglich durch alle Produkt- und Dienstekategorien leistbar? Eventuell alle anderen Antworten nach Lesen dieser Frage noch einmal überdenken! Denn die Antworten auf viele dieser Fragen sind relevant für die letzendliche Preisgestaltung! Denn: Je mehr ihr "Ja klar!" sagt, desto teurer wird es, teilweise gern auch Mal doppelt und dreifach!! Da könnte es gut sein, daß man die Kirche da und dort doch etwas im Dorf würde lassen müssen...

    Was hier teuer ist, sind zum großen Teil einfach der Mythos einer Marke und die kurze Produktlebenszeit. Nimm mal das iPhone als Beispiel für den Markenmythos - okay ist jetzt nicht gerade ein europäisches Produkt - und die Fast Fashion Mode als Beispiel für kurze Lebensdauer. Das ihhPhone wird wie alle anderen Smartphones auch bei Foxconn in China neuerdings auch in Indien gefertigt. Die Produktionskosten treiben den Endkundenpreis im Vergleich zu anderen Anbietern also nicht in die Höhe. Die Kosten für die Weiterentwicklung können es angesichts der geringen Änderungen im Design und mauen Erweiterungen der Softwarefunktionalität auch nicht sein. Manche Hersteller gönnen sich einfach eine fette Marge und die Kunden bezahlen sie - freiwillig. Mein Fairphone 5 hat 600 € gekostet. Der Akku mag tagsüber nicht ganz so lange halten, aber es ist reparierbar und vielleicht bekomm ich ja irgendwann mal einen Akku mit höherer Kapazität. Nutzungsdauer ist hoffentlich länger als 2 Jahre. Meine Klamotten trage ich i. d. R. 10 Jahre und länger. Hab erst vor ein paar Monaten ein T-Shirt aus meiner Schulzeit weggeschmissen und eine Jeans von damals paßt mir immer noch. Da relativeren sich dann auch die Kosten.

    Ich werde mich von keinem einzzzigen Prozzzessor trennen.
    Jedoch lockt es mich beinahe, ihn Dir zu überlassen, nur um zu sehen, wie er Dich in den Wahnsinn treibt :evil:

    Meine Begehren

    Edited once, last by Voodoogoetze (September 12, 2025 at 6:13 PM).

  • Vielen Dank schon Mal für diese ersten Antworten! Und sorry für das "mühselig"!

    Die Haltbarkeit als Punkt hätte ich auch noch anführen können, aber auf manches kommt man halt erst hinterher drauf. Auf das achte ich z.b. auch. Auf Baumwolle setze ich ebenso, aber aus einem anderen Grund, nämlich wegen meiner Ausbildung zum Brandschutzwart durch die Feuerwehr. Da wurden uns auch richtig häßliche Bilder und Videos gezeigt... Kurz: Eine Kunstfaser kann sich bei Feuereinwirkung nach dem weich werden an deiner Haut anlegen, fast schon wie ein Verschmelzen. Wenn's einmal passiert ist, klebt rund um dich herum kochend heißes Plastik auf deiner Haut. Ein Baumwollshirt kann brennen, aber das kannst ausziehen und wegwerfen.

    Das hat jetzt natürlich nix mit "Made in Europe" zu tun, aber das wollte ich kurz erwähnen. Ist m.M.n. eine doch wichtige Information.

    Mein Telefon habe ich auch schon repariert (Danke an Nutzer [raven] von ifixit), defekter Akku. Wurde immer schlechter, und dann war Licht aus. Habe ich durch einen Originalakku ersetzt, heute sind nur mehr Nachbauten zu bekommen. Das Gerät habe ich jetzt seit 9 Jahren im Einsatz. Securitytechnisch ist das nicht schlau, aber ich geb's nicht auf! Trotzdem habe ich aber leider auch einen billigen 120€ Chinabomber von Ulefone, weil auf meinem alten Telefon bestimmte, neuere Apps nicht mehr laufen.

    Quote

    [...] Meinst Du jetzt dasselbe Produkt vom selben Hersteller oder ähnliche Produkte von verschiedenen Herstellern? [...]

    Hier meine ich vergleichbare Produkte von unterschiedlichen Herstellern, die geographisch halt woanders sitzen. Wenn ein EU Hersteller ein Werk in Deutschland und eines in Ungarn hat, dann kriegen wir hier wohl sowieso das Fabrikat, das in Deutschland hergestellt wurde. Würde ich Mal denken. Oder z.B. eines in Weißrussland, um bei einem "nicht-EU"-Beispiel zu landen. Dort kommt z.B. mein HOTAS her. Hier war mein Entscheidungskriterium die wirklich herausragende Qualität des Produkts. Auch wenn ich sonst eher ned so der Weißrusslandfan bin.

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    Edited once, last by GrandAdmiralThrawn (September 12, 2025 at 10:19 AM).

  • Mit zu starr meine ich, dass müsste ich je nach Produktgruppe einzeln entscheiden.
    Auf manche Produkte kann man verzichten oder die einfach gegen andere austauschen.
    Wirtschaftlichkeit und Bezahlbarkeit stehen immer gegen deine Punkte.


    ich versuchs mal:

    1.siehe vorherige Antwort
    2.Ja... (evtl. ausser Japan, kommt auf das Produkt an)
    3.Ja
    4.Ja
    5.Ja, ist nur kaum nachvollziehbar
    6.Ja, ist nur kaum nachvollziehbar
    7.Ja, ist aber nicht nachvollziehbar
    8.Ja, definitiv
    9.Ja
    10.Ja. Zertifizierungen Nein, da diese oft missbraucht/gefaked/greenwashed werden
    11.Japan (Elektronik)
    12.Erster Satz: Nein. Rest: kommt auf das Produkt und den Hersteller an.
    13.kommt auf das Produkt (wie wichtig mir das ist, wie dringend ich es benötige) und den Hersteller an

  • Danke!

    Natürlich wird man nicht alles über einen Kamm scheren, mache ich selber ja auch nicht. Also zu deinem Punkt, man müsse das fallweise entscheiden, bzw. nach Produktgruppe.

    Mein Versuch war es zu erheben, wie ideologisch beeinflußt das Konsumverhalten von euch ist (oder auch nicht), und welche weiteren Faktoren abseits der geographischen Lage einen Einfluß auf das Kaufverhalten haben.

    Das manche Dinge nicht nachzuvollziehen sind stimmt natürlich, aber es ist auch nicht ganz richtig. Dafür gibt es eben Zertifizierungsprogramme, Fair Trade, usw. Manche Firmen geben diese Informationen auch aus eigenem Antrieb heraus, einfach der Werbung für's Unternehmen wegen. Das geht bei "6." schon sehr gut, wenn ich zu zertifizierter Ware greife. Bei "5." wohl weniger, weil es leider ned sehr viele Fair Trade Produkte gibt. Hier war es ja das Ziel des EU Lieferkettengesetzes mehr Sicherheiten zu schaffen, aber der aktuelle Zustand des Gesetzes ist mir aktuell nicht so ganz klar.

    Zu "7.", also der Rohstoffherkunft hatte ich vor kurzem eine akademische Umfrage zugesandt bekommen, die genau dieses Thema behandelt hat. Übersichtsweise so nach dem Motto "Wir wissen, das haben wir noch nicht, aber wie sehr könnte das ihre Kaufentscheidungen beeinflussen, wenn es dahingehend zertifizierte Produkte gäbe?". Diese Umfrage hat mich dazu gebracht, auch diesen Punkt aufzunehmen. Auch hier gibt es Firmen, die derartige Pläne freiwillig öffentlich machen. Das natürlich machen nur die, die keinen Dreck am Stecken haben, logisch. ;) Aber besser als nichts. Ist natürlich auch selten.

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    Quote Bier.jpg@IRC 2020: "Je schlimmer der Fetisch, desto besser!"

  • Grundsätzlich ist mir die Geographische Lage bei vielen Produkten egal.

    Mir ist es recht egal, ob meine Gurken aus dem Spreewald kommen oder ob der Schinken im Schwarzwald produziert wurde.
    Allerdings erwarte ich beim Zuckerrübensirup, dass er aus Meckenheim kommt ;).

    Mir ist die Qualität, Dokumentation, Langzeit und Ersatzteil Verfügbarkeit inzwischen deutlich wichtiger.

    z.B. hole ich sehr viel Kleidung inzwischen bei Trigema. Die haben ein stabiles Sortiment, also nicht jedes mal neu anprobieren, sowie recht solide Qualität.

    Mein Problem ist allerdings, dass es die Produkte, die ich kaufen will nicht gibt.

    Anscheinend hat niemand, außer mir, den Bedarf in einem Kombi zu Schlafen und ein Fahrrad mitzunehmen.

    Anscheinend möchte niemand, außer mir, sich mit dem Notebook in die Sonne setzen und Arbeiten, mit einer sehr langen Akkulaufzeit.

    Anscheinend möchte niemand, außer mir, ein aktuelles Windows 2000 haben....

    Anscheinend möchte niemand, außer mir, ein Handy haben, welches 3 Wochen Akkulaufzeit, einen Klinken Anschluss und Tasten hat.


    Es ist nicht mehr der Punkt, von wo Kaufe ich Was, sondern wer hat ein Produkt, welchen Ansatzweise meinen Anforderungen gerecht wird....

  • Das allerdings ist ein Angebot/Nachfrage-Argument, das mit der "Europe first" Frage nur bedingt etwas zu tun hat. Um dieses zu lösen, müßtest du eine entsprechende Menge an gleich denkenden Menschen organisieren, die diese Ansprüche dann auch laut machen, um zu signalisieren, daß es einen hinreichend großen Absatzmarkt gibt (paar zehntausend Leute). Klar wird keiner ein (Smart)phone oder einen Laptop für nur einen einzigen Nutzer bauen, das wäre extrem, sogar maximal unwirtschaftlich. Oder man sucht sich einen Satz fähiger Ingenieure und Entwickler und versucht es auf Kickstarter oder Indiegogo oder ähnlich selber hochzuziehen. Die Hürden natürlich sind massivst.

    Ich habe auch hier testweise wieder zu einem Chinesischen Produkt gegriffen. Leider. Nämlich zum Unihertz Titan 2 Telefon, das wohl Ende 2025 bei mir ankommen wird. Tasten hat es, wie wertig die sind ist fraglich. 3 Wochen Akku? Sicher nicht. Mein keyONE schafft eine Woche. Mit einem brandneuen Akku und sehr geringer Nutzung. Aber mehr geht mit Android in halbwegs kompaktem Formfaktor wohl nicht. Werde ich dann testen. :)

    Trigema kannte ich noch nicht, sollte ich mir merken.

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    Stolzer Besitzer eines 3dfx Voodoo5 6000 AGP Prototypen:

    • 3dfx Voodoo5 6000 AGP HiNT Rev.A-3700

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    Quote Bier.jpg@IRC 2020: "Je schlimmer der Fetisch, desto besser!"

  • Trigema ist von der Unternehmensphilosophie her schon in Ordnung. Ich zitiere mal von deren Webseite:

    Quote

    Das Garn, das für einen großen Teil der trigema Organic & Recycled-Kollektion verwendet wird, besteht zu 100% aus Biobaumwolle. Dieses Garn ist zwar schwieriger zu verarbeiten und deutlich teurer als Kunstfaser, gewährleistet aber, dass Oberstoff und Nähte über homogene Eigenschaften verfügen und sich mit den gleichen Substanzen färben lassen. (https://www.trigema.de/unternehmen/pr…uktionsprozess/)

    und weiter:

    Quote

    Nach der Ernte in der Türkei... (https://www.trigema.de/unternehmen/pr…uktionsprozess/)

    und schon sieht man, daß man einfach nicht alles zu gleich haben kann, wenn man auch noch autokratische Systeme meiden will. Hier mal eine Liste der größten Baumwollproduzenten: https://at.atlasbig.com/laender-nach-baumwollproduktion

    Platz 2: China

    Platz 5: Pakistan

    Platz 6: Usbekistan

    Platz 7: Türkei

    Das sind jetzt keine lupenreinen Demokratien. Also welchen Tod soll man als Konsument hierzulande sterben?
    Mit Baumwolle autokratische Systeme stützen sich dabei einredend, daß Wandel durch Handel doch funktioniert, und durch den Kauf auf Besserung dort hoffen?
    Oder nach unbezahlbarer Kleidung suchen aus Biobaumwolle geerntet in lupenreinen Demokratien? Viel Erfolg dabei!
    Oder weiterhin mit Chemiefasern in der Kleidung die Umweltbelastung erhöhen?

    Nackt herumlaufen ist in diesem Staat ja leider verpönt - bei manchen Staturen möchte man sagen: Gott sei Dank! :topmodel:

    Ich werde mich von keinem einzzzigen Prozzzessor trennen.
    Jedoch lockt es mich beinahe, ihn Dir zu überlassen, nur um zu sehen, wie er Dich in den Wahnsinn treibt :evil:

    Meine Begehren

  • Feigen übrigens wachsen mittlerweile (Des Klimawandels wegen) auch in Südösterreich. Ich weiß das, weil ein wohlhabender Onkel von mir dort unten in der Südsteiermark im Garten einen Feigenbaum stehen hat, der mittlerweile auch gut trägt. Sogar Oliven sind schon möglich! Aktuell ist das wohl nur privat ein Thema, aber das könnte auch kommerziell noch kommen in den nächsten Jahrzehnten...

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  • Dann schleppst Du aber eine fremde Art in das Ökosystem ein und mit ihr auch fremde Schädlinge. Hat die Menschheit mit Nutztieren/-pflanzen zwar schon immer so gemacht, aber heutzutage wird Dir sicher jemand einen Strick daraus drehen wollen. Auf der anderen Seite zwingt einen der Klimawandel dazu, hitzeresistente Arten einzuführen, wenn hier nicht alles kahl werden soll, und die findet man nun einmal überwiegend in seit Jahrtausenden hitzegeplagten Regionen - also nicht hier.

    Laß Dir die Feigen schmecken!

    Wir hatten mal einen Pfirsichbaum, der nach 3 Verpflanzungen schließlich aufgegeben hat. :( Der Walnussbaum hingegen wird immer größer und beschattet schon ein ordentliches Stück des Gartens. Der Kirschbaum hat dieses Jahr hervorragend und fast nur madenfreie Früchte getragen. Der Apfelbaum hängt auf seiner Nordseite immer noch voll. Das ist eine recht saure Sorte, die lange reifen muß, um genießbar zu sein. Die Äpfel auf der Sonnenseite waren schon reif.

    Ich werde mich von keinem einzzzigen Prozzzessor trennen.
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    Meine Begehren

  • Ohne jetzt auf jeder deiner einzelnen Fragen einzugehen kommt es bei mir auf das Produkt an. Bei einer Espressomaschine z.B. würde ich als allerletztes auf China kommen. Unsere letzte Espressomaschine kam vom Hersteller Rocket. Siehe Bild:

                    


    Also natürlich aus Italien - woher auch sonst?

    Ein Fahrrad würde ich mir nur aus deutschen Produktionen kaufen. Mein derzeitiges Rad ist (schon seit 2009) ein Gudereit C-90 aus Bielefeld. Hier hängt schließlich i-wie mein Leben dran und wie man feststellen kann - 2009er Rahmen und das Teil läuft wie am ersten Tag.

    Baumarktgeschichten würden für mich nicht einmal annähernd in Frage kommen. Meine Frau hat übrigens eine Gazelle, also Made in NL.


    Bei neuer Elektronik, wie einem TV kommt nur LG & Toshiba in Frage. Da habe ich schon zu viele negative & nervenaufreibende Versuche hinter mich bringen müssen. Alte deutsche Firmen wie SABA, Grundig oder Blaupunkt sind entweder nicht mehr existent oder lassen auch in Fernost produzieren. Bei Boxen/Lautsprechern ist es übrigens das gleiche. Mein alltime Favourite HECO, glaube aus Remscheidt, ist heute Made in China. Zum Glück habe ich noch HECO-Boxen aus den 1980er. Umgekehrt ist es bei meinem Handy. Ein Xiaomi Mi Note 10. Mittlerweile 6 Jahre alt! - Akku immer noch bei über 90% "Fit-Status". Falls ich mir noch einmal ein neues Handy zulegen sollte, wird mit Sicherheit wieder Xiaomi draufstehen. Hier bin ich absolut Markentreu. Bedeutet: Wenn mich ein Herrsteller überzeugt durch Qualität werde ich demselben die Treue halten, umgekehrt, bei Enttäuschung bin ich exakt umgekehrt. 2-3x auf die Klappe gefallen = Nie wieder. (Siehe Intel!)


    Long Story Short: Es kommt darauf an was ich benötige. :spitze:

    Images

    Diskutiere niemals mit Idioten, sie ziehen dich auf ihr Niveau runter und schlagen dich mit ihrer Erfahrung.
    Mein Herzblut:
    AMD 5x86-P75, 64MB-Ram, Voodoo I, Win3.11
    AMD K6-2+ 550 @ 600MHz, 256 MB-Ram, Voodoo II SLI, Win98SE
    AMD 3700+, 3072MB-Ram, ATi FireGL X3-256
    , WinXP SP3 (Sockel 754)

    Edited 2 times, last by undertaker_2 (September 12, 2025 at 9:11 PM).

  • Im Hi-Fi Bereich müßte ich mich noch weiter umschauen. Aktuell brauche ich einen Verstärker, und habe hier die Wiener Firma Pro-Ject gefunden, die in der Slowakei und in Tschechien fertigen läßt. Der Produktionsstandort Europa wird von denen auch aktiv beworben. Bei Lautsprechern habe ich keine Ahnung (weil Bestand von Denon vorhanden, heute Mal schauen ob die nicht gar sogar noch aus Japan* kommen), müßte man sich schlau machen.

    Aber jo, es ist klar, daß manches einfach nicht geht. Gerade bei Mikroelektronik. TV, PC, meist das Handy, usw. Wenn man die Wahl erst gar nicht hat, stellt sich die Frage für'n Kunden natürlich ned.

    Beim "Auf die Klappe fallen": Dafür habe ich eine Policy. Ein Hersteller der mich zu sehr betrügt (z.B. Western Digital) oder durch Mängel die dann vertuscht werden enttäuscht (z.B. ASUS) kommen auf eine Sperrliste, die 10 Jahre Laufzeit hat. Danach bin ich dann bereit den Hersteller zu re-evaluieren. Beide dieser Sperren sind mittlerweile abgelaufen, schauen wir Mal. ;) Aktuell brauch ich ja nichts aus deren Bereichen..

    *Japan ist für mich eine der wenigen Ausnahmen, die ich präferiere, wenn's keine Europäischen Möglichkeiten gibt. Knapp dahinter dann Südkorea und Taiwan (hier in allen drei Fällen im Vergleich mit Festlandchina und ggf. noch Indien). Kanada würde ich noch auf die Liste setzen, aber ich wüßte nicht was ich von dort bräuchte oder wollen würde, das wir nicht entweder auch hier bei uns haben oder sonst aus Südostasien holen müssen.

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    Stolzer Besitzer eines 3dfx Voodoo5 6000 AGP Prototypen:

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    Edited once, last by GrandAdmiralThrawn (September 13, 2025 at 6:05 AM).