Crucial - die Endkundenmarke von Micron - wird ab Februar 2026 keinerlei neuen DRAMs oder SSDs mehr herausbringen, weil die Marke soeben von Micron ad acta gelegt wurde. Hier [ein Bericht dazu von Igor's Lab], es gibt natürlich zig weitere. Damit verschwindet eine beliebte und tendenziell als verläßlich und kosteneffektiv wahrgenommene Marke vom hart umkämpften Speichermarkt.
Dies geschieht in einem Moment in dem die Speicherpreise aufgrund des Drucks durch Datenzentren massiv angezogen haben. Als Grund nennt Micron was man sich ohnehin schon gedacht haben wird: Man will sich auf Speicherlösungen für KI-Datenzentren fokussieren, da hier die Profitmargen ungleich größer sind.
Diese Argumentation ist aus meiner persönlichen Sicht bitter, aber aus rein ökonomischer, bzw. kapitalistischer Sicht natürlich logisch. Der Speichermarkt verknappt sich, also gibt man Märkte mit niedrigeren Margen einfach auf, weil die Überschußkapazität erloschen ist. Ähnliches war zu Teilen auch schon während der Chipkrise zu beobachten, als z.B. AMD den Zen 3 Threadripper auf TRX40 aufgegeben hat, um statt dessen technisch nahezu identische, aber teurere EPYC CPUs zu bauen. Auch an die Grafikkartenknappheit wird sich manch einer noch erinnern.
Nachfolgend wird abzuwarten sein, welche Auswirkung diese Entwicklungen im Speichermarkt auf andere Hersteller haben, vor allem auch im GPU-Segment, wo wirklich hochpreisige HPC Karten mit teurem HBM-Speicher schon jetzt das zehnfache an Umsatz von Desktopkarten generieren, die auf vergleichbaren GPUs basieren; Hier wäre es sogar möglich, daß der klassische Grafikkartenmarkt erneut unter massiven Druck geraten könnte. Dem DRAM- und Flash-Markt beginnt es im Endkundenbereich augenscheinlich schon ein wenig an den Kragen zu gehen.