In DE haben die Energienetzbetreiber die Möglichkeit Verbraucher oder Erzeuger "zu steuern". Das dient dazu das Stromnetz stabil zu halten.
Größere Verbraucher (Wallbox, Wärmepumpe) und Erzeuger (PV-Anlage) müssen nun angemeldet werden.
Alle steuerbaren (!) Verbraucher mit einer Anschlussleistung > 4,2 kW fallen darunter. Bei der PV-Anlage sind es > 7 kWp.
Stichwort ist "steuerbar".
Signalisiert der Netzbetreiber nun einen Notfall, dürfen die Verbraucher nur noch 4,2 kW aus dem Netz beziehen.
Voraussetzung dafür ist, dass man einen Smartmeter mit Gateway hat, welcher das Signal vom Netzbetreiber verarbeitet.
Der Smartmeter redet dann im Idealfall mit dem Energiemanagementsystem, was mit den Verbrauchern redet.
Die 4,2 kW sind pro Gerät gerechnet, können daher addiert werden.
D.h. im EnMS kann man die z.B. 3x 4,2 kW auch so steuern, dass die Wallbox trotzdem mit 11 kW aus dem Netz ziehen darf.
Oder die Wärmepumpe darf trotzdem mit Volllast laufen, wenn die Wallbox deaktiviert wird.
Das ist alles kein Normalzustand, das passiert, wenn der Netzbetreiber das Netz stabilisieren will.
Hier ist zu wenig Strom im Netz.
Für neue PV-Anlagen (ab 2025) gilt bereits, dass der Netzbetreiber bei negativen Strompreisen die PV-Anlage abschalten darf.
Bei negativen Strompreisen hat man zu viel Strom im Netz, welcher nicht abgenommen wird.
Auch das ist kein Normalzustand, passiert aber wahrscheinlich öfter als der obrige Fall.
Dient aber auch der Netzstabilität.
Mit einer eigenen PV-Anlage und Akkuspeicher kann man in den Inselbetrieb gehen.
Im Normalfall braucht der Wechselrichter netzseitige 50 Hz. Fehlen diese, schaltet er sich ab.
Über eine Trenneinrichtung kann man sich aber aktiv und physisch vom Stromnetz trennen. Der Wechselrichter sollte Inselbetrieb natürlich unterstützen.
Dann erzeugt er seine 50 Hz selbst. Bei einem Stromausfall ein Backup.
Trennt man sich nicht (!) vom Netz und überredet seinen PV-Wechselrichter doch einfach weiter zu produzieren und den Überschuss in den Ortsnetz einzuspeisen, hier ein kleines Rätsel:
Was passiert, wenn der Straßenzug vom Stromnetz genommen werden muss, damit eine Störung am Kabel behoben werden kann und ein Haus meint weiter einspeisen zu müssen?
Genau. Wäre blöd für die Leute, die am Kabel arbeiten.
Ich arbeite für ein größeres deutsches EVU und ich finde es spannend zu lesen, dass wir bald, also sehr wahrscheinlich, eure Häuser so steuern werden, dass eure PV-Anlagen nicht mehr produzieren und ihr NUR unseren teuren Strom beziehen müsst.
Also technisch sollte das funktionieren:
Dafür signalisieren wir, dass wir zu viel Strom im Netz haben. Haben wir aber nicht.
Dann schalten eure PV-Anlagen ab und ihr müsst nun den teuren Netzstrom beziehen. Profite!
Nun haben wir auf einmal zu wenig Strom im Netz. Wie kommt das nur?
Nicht nur, dass wir eben versucht haben einen Blackout zu forcieren, der Netzbetreiber würde das schlicht und einfach nicht tun, weil er euch gar keinen Strom verkauft. Er hat dadurch nur Nachteile.
Durch das Unbundling Mitte der 2000er Jahre sind Netzbetrieb und Stromvertrieb getrennt. Ja, ein EVU kann beides haben, es sind aber regulatorisch getrennte Unternehmen und ich kann dir sagen: Das wird gelebt, oh boy wird das gelebt.